Mittwoch, 13. Mai 2009
Going West
Seattle
Die Stadt hat mich für ihre Verhältnisse klischeehaft begrüßt, mit strömenden Regen. Ich habe mich also erstmal in mein Hostel begeben, dem "Green Tortoise", mitten in Downtown und sehr zu empfehlen. Dann habe ich abends noch etwas die Stadt besichtigt aber das meiste habe ich mir am nächsten Tag angeschaut. Der Sonntag war nämlich dann auch wettermäßig viel schöner und ich konnte Seattle dann doch noch bei strahlendem Sonnenschein besichtigen.
Seattle ist eine schöne moderne amerikanische Großstadt, und gleichzeitig noch recht überschaubar, also nicht zu groß. Die Stadt hat wirklich viel grün mit vielen Bäumen was sie sehr gemütlich macht. Für mich war das ganze grün total ungewohnt, da zu der Zeit als ich Quebec verlassen hatte, dort die Bäume noch keine Blätter hatten. Das einzige was mir an Seattle wirklich negativ aufgefallen ist, ist das in den Straßenecken unglaublich viele Penner sind, und man dauernd von ihnen angesprochen wird.
Grenzgeschichten
Abends ging es dann weiter mit dem Greyhoundbus nach Vancouver. Die Greyhoundfahrt war eine Geschichte für sich. Ich war ja schon mit dem Greyhound von Montreal nach Burlington gefahren, und im Gegensatz zu jener Fahrt, ist dieses Mal nicht alles ganz glatt gelaufen.
Angefangen hat es noch vor der Abfahrt. Neben mich hat sich eine junge Frau gesetzt und da sich die Abfahrt etwas verzögerte, ist sie noch einmal aus dem Bus ausgestiegen um auf die Toilette zu gehen. Sie fragte mich vorher ob ich so lange auf ihre Sachen und ihre Handtasche aufpassen könne und ich sagte natürlich mit einem "sure" zu. Als sie noch draußen war, stieg dann die Busfahrerin ein und startete den Bus. Ich und andere um mich herum riefen der Busfahrerin zu, dass noch ein Passagier fehlt, aber die Busfahrerin fuhr einfach los. Also bin ich nach vorne gerannt um der Busfahrerin noch einmal zu sagen, dass sie einen Passagier zurückgelassen hatte. Diese entgegnete mir dann nur kalt "she shouldn't have gone out then". Ich war perplex und konnte es gar nicht fassen. Ich ging zurück zu meinem Sitz während neben mir auf meinem Nachbarsitz noch sämtliche Sachen der zurückgelassenen Passagierin lagen, mit Handtasche und allem drum und dran... Eine meiner anderen Sitznachbarn hat die Sachen dann an die Busfahrerin weitergegeben, mit den Worten "those are the things of the person you left at the station". Die Busfahrerin hatte hier eindeutig die Grenze überschritten.
Während der Busfahrt dann, saß hinter mir saß eine Frau die wohl einer anderen an der Station ihr Handy geliehen hatte. Auf diesem Handy wiederum rief der Ehemann der Frau, die sich das Handy geliehen hatte an, um mit ihr zu sprechen. Diese wiederum war so tief im Schlaf, dass sie wohl nicht wach zu kriegen war. Es stellte sich heraus, dass die schlafende Frau ihre Station verpasst hatte, an der sie hätte aussteigen müssen. Der Mann hat dann die Verfolgung von unserem Bus aufgenommen und hat bei der nächsten Haltestelle, die etwa eine Stunde von der vorigen entfernt war, versucht seine Frau wach zu rütteln. Diese schlief jedoch immer noch tief und fest. Ich nehme an sie war voll von Alkohol oder Drogen, jedenfalls dauerte es sicher 10 Minuten, bis die Frau endlich mit ihrem Mann aus dem Bus ausgestiegen ist... sehr grenzwertig!
Dann sind wir irgendwann im Laufe des abends an der kanadischen Grenze angekommen. Ich musste dort mein Studentenvisum in ein Work und Travel Visum tauschen das mir erlauben würde, hier in Kanada zu arbeiten. Beim Visum ist zum Glück alles glatt gelaufen, abgesehen davon dass ich beinahe statt einem offenen Visum (was mir erlaubt überall in Kanada für jede Stelle die ich will zu arbeiten) nur ein Visum für meine aktuelle Arbeit gekriegt hätte. Diesen Fehler haben wir aber rechtzeitig gemerkt und es ist alles gut gelaufen. Das Ganze hat aber doch relativ lange gedauert, und ich hatte schon Angst, das die Busfahrerin auf die Idee kommen könnte ohne mich weiter zu fahren.... das hat sie aber zum Glück nicht gemacht. Endlich war dann auch mein Visum fertig, und ich wollte mich zurück zum Bus machen. Dann der Schreck: mein Gepäck, also meine 2 großen Koffer, mit all meinen Sachen, war auf einmal verschwunden. Ich konnte es mir nicht erklären und fragte die Grenzbeamte die mein Visum bearbeitet hatte aber sie wusste auch nichts. Dann bin ich zur Busfahrerin, ob sie es vielleicht schon verladen hatte, aber auch sie wusste von nichts. Also bin ich zurück in das Grenzbüro, und dann nach einiger Verwirrung, stellte sich heraus, dass das Gepäck zwei andere Grenzbeamte genommen hatten. Sie hatten es für das Gepäck eines Gefangenen gehalten und es schon in den Gefangenentransporter verladen!! Glück gehabt, dass ich es noch rechtzeitig gemerkt habe, denn hart an der Grenze, und mein Gepäck wäre irgendwo in einem Gefängnis gelandet!!
Vancouver
Dort habe ich im Backpackerhostel "Samesun" übernachtet. Auch sehr zentral gelegen, und voll von anderen Kanada-Abenteurern :-).
In Vancouver war ich leider sehr viel mit organisatorischen Sachen beschäftigt. Ich musste mir Arbeitskleidung besorgen, eine Sozialversicherungsnummer beantragen, ein kanadisches Konto eröffnen (das hatte ich in Quebec die ganze Zeit über nicht gebraucht, da ich ja mit meinem Studentenvisa kein Geld verdienen durfte)und die wichtigsten Sacen wie Shapoo schon im Vorraus einkaufen, da ich hier in den Rockies keine guten Einkaufsmöglichkeiten habe...
Dennoch habe ich mir es natürlich nicht entgehen lassen die Stadt anzuschauen. Das Wetter war die gesamtem 4 Tage als ich da war leider immer stark bewölkt, so dass ich die Stadt nur unter Wolken sehen konnte. Sehr schade zwar, aber die Stadt war trotzdem sehr beeindruckend. Die Berge um die Stadt herum und das angrenzende Meer bzw eher eine Bucht macht die Stadt zu etwas besonderem. Außerdem sind rings um die Stadt herum viele große Parks. Einer davon ist der Stanley Park, der wirklich riesig ist mit vielen verschiedenen dort lebenden Tierarten. Der Park ist eine Art Halbinsel, so dass man ihn zu Fuß oder mit dem Fahrrad umrunden kann. Dabei kann man den wunderschönen Ausblick auf das Meer, die Berge und die Stadt genießen.
Ansonsten hat Vancouver mit seinen unterschiedlichen Stadtteilen viele verschiedene Facetten: z.B. ein recht großes Chinatown, das altertümliche Gastown oder die Innenstadt mit der belebten Granville Street (die zur Zeit leider eine einzige Baustelle ist da als Vorbereitung für die Olympischen Winterspiele gebaut wird).
Die Columbia Icefields
Donnerstag abend bin ich dann wieder von Vancouver weiter, und habe wieder den Greyhound genommen, um die 11 Stundenfahrt nach Jasper mitten in den kanadischen Rocky Mountains auf mich zu nehmen. Da der Bus nachts gefahren ist, konnte ich währenddessen leider nicht viel von der Landschaft anschauen, im Dunkeln habe ich jedoch die Umrisse der Bergketten erahnen können.
Von Jasper, einem kleinen Ort mitten im Jasper-Nationalpark ging es dann wieder mit einem anderen Bus weiter, um zu meinem endgültigen Ziel, dem 100 km entfernten Columbia Icefield zu kommen. Auf dem Weg dorthin, hatte ich sehr viel Glück, erst waren am Straßenrand eine Horde "Elks", und später dann, haben wir durch das Gestrüpp sogar noch einen recht großen Bären gesehen! Laut dem Busfahrer ein echter Grizzlybär! Leider habe ich meinen Fotoapparat zu spät gezückt, so dass ich nur ein relativ schlechtes Bild von ihm machen konnte.
So, aber nun zum Columbia Icfield: Es ist meine neue Arbeitstätte und mein neuer Wohnort zugleich. Hier werde ich die nächsten Monate leben und Geld verdienen. Es ist sehr abgelegen und der nächste Ort ist das 100 km enfernte Jasper. Und hier gibt es wirklich nur die Touristenattraktion des Columbia Icefields. Es ist ein riesiger Gletscher mit einer Fläche von 325 km² und bis zu 365 m Tiefe.
Hier oben ist es auch Streckenweise noch sehr kalt, es kommt oft vor dass es schneit, aber es ist auch gleichzeitig wechselhaft, so dass wir auch Temperaturen bis zu 15 oder mehr Grad haben. Dafür ist die Landschaft aber wirklich super schön. Um uns herum sind lauter weiße Berggipfel und wenn ich aus meinem Zimmerfenster schaue, ist einer direkt vor mir. Der Schnee soll bis zum Sommer allerdings komplett von den Bergspitzen verschwunden sein, auch wenn es selbst im Sommer noch vorkommen soll, dass es hier schneit.
Mit meinem neuen Job hier habe ich glaube ich wirklich einen Glückstreffer gelandet. Die Arbeit ist okay, ich arbeite im Souvenirladen an der Kasse oder im Lager, werde mit 11.5 CAD/ Std recht gut bezahlt und die Mitarbeiter und Vorgesetzten sind alle sehr nett.
Ich muss immer 6 Tage am Stück arbeiten und habe dann 2 Tage frei. In meiner freien Zeit kann ich, da ich Staffmitglied bin, an Touren die hier angeboten werden, zum Icefield, oder auch in andere größere Orte wie Banff oder Jasper, kostenlos teilnehmen.
Hier arbeiten und leben noch viele andere Saisonarbeiter, so dass ich hier trotz Abgeschiedenheit sicher nicht vereinsamen werde. Ich bin wie alle anderen Staffmitglieder in einer Art Wohnheim untergebracht, habe ein schönes Zimmer, was größer ist als das was ich an der Uni in Quebec hatte, mit (fast) eigenem Bad (ich teile es mit meinem Nachbarszimmer, aber momentan wohnt da noch niemand).
Und das beste: für die Staffmitglieder wird immer Frühstück, Mittag- und Abendessen zubereitet, so dass ich für mich selbst nicht kochen muss und immer etwas zu essen da ist. Eine Wohltat, nachdem ich die letzten Monate im Wohnheim in Quebec immer für mich selbst kochen musste!
Also insgesamt glaube ich habe ich es hier ganz gut getroffen, und es wird sicher ne super Zeit hier. Das einzige Problem ist, ist dass mein Internet wirklich schlecht bis manchmal gar nicht funktioniert, so dass ich, auch wenn ich frei habe, kaum kontrollieren kann, wann ich ins Internet kann. (-> um meine Fotos hochzuladen, bin ich extra nachts aufgestanden...) Noch dazu habe ich hier kein Telefon, ich bin also am aller besten per E-Mail erreichbar (selbst Facebook und Skype sind für dieses Internet Schwerstarbeit...).
Achja, und ich muss meinen letzten Eintrag korrigieren: Hier In den Rockies gilt natürlich die Mountain-Zeitzone, dass heißt es sind statt den 9 Stunden doch "nur" 8 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland.
So, jetzt habe ich aber alles geschrieben. Ich sollte anfangen Preise zu vergeben, für diejenigen die solange durchhalten ;-)
Bye,
Eva
PS:
kleine Anekdote am Schluss: Es ist immer witzig, wenn Deutsche in den Giftshop kommen. Als ich heute an der Kasse einem deutschen Ehepaar den zu zahlenden Endbetrag auf deutsch genannt habe, meinten sie erstaunt "oh, your german is very good!"
Freitag, 1. Mai 2009
Québec - Je me souviens...
Ich werde mich noch lange an Quebec erinnern, für mich dabei typisch quebecische Dinge an die ich mich erinnern werde sind......seltsame Alkoholgesetze: nicht an öffentlichen Plätzen trinken, nach 23 Uhr nicht mehr Alkohol kaufen können und nach 3 Uhr nachts nichts mehr ausgeschenkt bekommen
...der PUB!
Den nächsten Eintrag gibt es von der anderen Seite Kanadas!
Eva
Mittwoch, 29. April 2009
Die letzten Wochen in Québec
so jetzt ist mein Quebec-Aufenthalt an der Univeristé Laval schon wieder so gut wie vorbei... die Uni ist seit letzter Woche beendet, die Klausuren geschrieben und mein Wohnheimzimmer muss ich am Freitag räumen. Danach geht es für mich los in den Westen Kanadas...
Aber vorher will ich euch natürlich nicht vorenthalten was ich die letzte Zeit hier noch so gemacht habe.
Zunächst einmal war Judith hier, eine Freundin aus Augsburg, die jetzt auch 9 Monate lang zum Work und Traveln in Canada war. Sie war aber an der Westküste und hat mich jetzt vor dem zurück-nach-Deutschland-fliegen noch eine Woche besucht. Was wir so alles gemacht haben, kann man am besten in ihrem Blog nachlesen... Aber hier nochmal die Kurzfassung. Zusammen mit Luisa haben wir ein Auto gemietet und sind an den Lac St Jean gefahren. Der Lac St Jean ist ein großer See, etwa 3 1/2 Stunden von hier entfernt. Dort waren wir im Zoo St. Felicien... Es war sehr schön dort, auch wenn wir Saisonbedingt noch nicht alle Tiere sehen konnten. Das schöne an dem Zoo ist, dass die meisten Tiere realtiv viel Platz und so auch für einen Zoo recht artgerecht gehalten werden.
Die Hauptattraktion waren aber die Eisbären: Diese haben ein großes Schwimmbecken, was von den Besuchern durch eine Glasscheibe getrennt ist, so dass man also ganz nah neben den schwimmenden Eisbären steht.
Danach sind wir weiter nach Chicoutimi, einem schönen Ort direkt am Saguenay-Fluss. Auf dem Weg dorthin hatten wir nochmal verdammtes Gück: Judith saß am Steuer und ist wohl in einer Ortschaft zu schnell gefahren. Als wir den Ort verließen wurden wir mit Blaulicht von einem Polizeiwagen verfolgt und mussten am Straßenrand anhalten. Der Polizist war dann aber supernett, und als er hörte dass wir aus Deutschland kommen, hat er noch Witze darüber gemacht, dass man hier ja nicht so schnell wie auf den deutschen Autobahnen fahren könne. Aber man könne außerhalb von Ortschaften bei 90-er Begrenzung auch ohne Weiteres 100 oder 110 fahren. Danach hat er noch gesagt "soyez prudentes!" (-> seid vorsichtig) und ist ohne dass wir eine Strafe zahlen mussten wieder gegangen. Ich glaube sowas könnte einem in Deutschland nicht passieren!
Am nächsten Tag sind wir dann weiter nach Tadoussac gefahren und haben eine kleine Tour durch das idyllische Tadoussac gemacht. Auf dem Rückweg sind wir dann nochmal auf der Ile d'Orleans vorbei und hatten von da aus einen sehr schönen Blick auf Quebec-City.
Am Tag darauf ging es für mich und Judith gleich weiter per Mitfahregelegenheit nach Montreal, wo wir Fabi und Reiner getroffen haben, die ja beide mit uns in Augsburg studieren und auch momentan ein Auslandssemester in Montreal machen. Dort haben wir dann bei zwei wundeschönen sonnigen Tagen noch ein bisschen Montreal erkundet und dann hieß es auch schon wieder Judith verabschieden, weil sie weiter nach Deutschland geflogen ist.
Die Woche drauf war ich dann vorallem mit organisatorischen Sachen und lernen für die Klausuren beschäftigt.
Danach ging es als Abschlussfahrt noch 4 Tage in die Gaspesie, einer sehr beliebten Touristenregion der Quebecer. Die Gaspesie ist eine Art Halbinsel, sie liegt an dem Punkt, an dem der Sanktlorenzstrom in den Atlantik mündet und ist ein großes Naturparadis.
Diesmal waren wir zu siebt in einem großen Van unterwegs: zwei Spanier und 5 Deutsche. eine sehr seltsame Mischung... Diese Mischung hatte es auch in sich und wir hatten ein Wochenende vor uns was recht chaotisch werden sollte. Los ging es schon an dem Morgen, als wir das Auto vom Vermieter geholt haben. Erstmal hatten wir Probleme unser aller Gepäck in den Kofferraum zu verfrachten. Irgendwann hatten wir das dann geschafft und los gings! ...naja, das dachten wir jedenfalls...bis wir gemerkt haben, dass einer der 7 Anschnallgurte geklemmt hat, so dass es unmöglich gewesen wäre, dass wir uns alle anschnallen. Bei einer so langen Autofahrt natürlich nicht so vorteilhaft, lagen doch mehr als 1500 zu fahrende Kilometer vor uns. Also haben wir dem Autovermieter Bescheid gesagt und etwa eine Stunde später einen neuen Van gekriegt... Im Endeffekt hatten wir dann aber trotz des Zeitverlusts Glück im Unglück und mussten als Schadensersatz statt den eigentlichen 344 Dollarn für das Auto doch nur 244 bezahlen! Da haben wir den Zeitverlust natürlich gerne in Kauf genommen.
Also konnte es dann mit dem neuen Van endlich losgehen, auf zum Highway in Richtung Gaspesie! Nunja... kaum waren wir eine Weile auf dem Highway, haben hinter uns auch schon wieder die Polizeilichter geleuchtet. Ein Polizist hat uns wieder mal angehalten weil Antonio, einer unserer Fahrer, wohl zu schnell gefahren ist... ja und auch dieser Polizist hätte eigentlich einen guten Batzen Geldstraße einkassieren können. Aber im Endeffekt hat auch er darauf verzichtet!! Auch er hat es bei einer Verwarnung verlassen, wahrscheinlich weil wir eben den Ausländerbonus hatten. Auch dieser Polizist war wieder super nett und als er hörte das wir in die Gaspesie fahren wollen, hat er uns sogar noch mit ein paar Touristentipps versorgt! Ich konnte mein Glück kaum fassen! Das zweite Mal innerhalb von zwei Wochen nichts zahlen müssen!!
Nun das war nur der Anfang des wie gesagt chaotischen Wochendendes... dazu kamen dann noch der in einer Supermarkttoilette vergessener Geldbeutel von Regina (aber später wiederbekommen), ein verlorener Fotoaparrat von Maren (später wiedergefunden), und die andauernden Versuche meinerseits von jeder möglichen Telefonzelle zwei Typen in British Columbia wegen zweier Jobs anzurufen... (Ich habe hier ja kein Handy, weil man es hier nicht braucht, also war ich auf Telefonzellen angewiesen).
Außerdem hatten wir dann in einem Motel noch eine kaputte Dusche, in der der Wasserhahn nicht mehr zugedreht werden konnte. Nach vielen langen vergeblichen Versuchen ihn wieder zuzudrehen, ist irgendwann der ganze Duschknopf abgefallen und das Wasser ist mit großem Druck sowohl aus dem Hahn als auch aus Regulierknopf geschossen... Wir haben dann versucht den ca 18 jährigen Sohn der Motelbesitzer wachzuklingeln, da dieser an diesem Wochenede wohl allein für alles verantwortlich war und die Eltern nicht da waren. Als wir es dann irgendwann gegen 10 Uhr geschafft hatten ihn wachzuklingeln, machte er stark den Eindruck einer durchzechten Partynacht und meinte dann auch nur, er bräuchte jetzt erstmal einen Kaffee und würde sich später darum kümmern. Wir sind also weitergefahren und fragen uns bis heute, ob das Motel wohl noch steht, oder ob es in Wassermassen versunken ist.
Aber nun zur eigentlichen Reise: nachdem wir am ersten Tag fast nur gefahren sind, sind wir am zweiten Tag in einen Nationalpark wandern gegangen. Und kaum zu glauben aber wir hatten super warmes Wetter!! Blauer Himmel, und wahnsinnige 20 Grad! (In Quebec Stadt sollen es an diesem Tag sogar bis zu 27 Grad gewsen sein... und das für einen April!!). In dem Nationalpark war es aber auch sehr bergig und es lag noch jede Menge Schnee vom Winter. So kam es dann, dass wir also bei unserer Wanderung im Schnee versunken sind, aber gleichzeitig mit T-Shirts rumgelaufen sind, weil es so super warm war! An diesem Tag habe ich mir auch meinen ersten leichten Sonnenbrand in diesem Jahr geholt...
Beim Rausfahren aus dem Nationalpark hatten wir dann wieder echtes Glück: Wir haben einen Elch gesehen! Dieser war aber sehr scheu, nicht so wie die, die ich schon in Nova Scotia gesehen hatte. Aber trotzdem immer wieder ein tolles Erlebnis, einen Elch in Kanadas Wildnis zu beobachten - und es ist wirklich ein sehr großes Glück Elche zu Gesicht zu bekommen... ich habe sogar shcon von Quebecern gehört die in ihrem lebLn noch nie einen gesehen haben.
Anonsten haben wir auf unserem Trip vorallem von der Tollen Landschaft profitiert... Die ganze Fahrt ging am St Lorenzstrom und am Meer entlang und im Landesinneren waren viele Berge. Eines der Höhepunkte auf unserer Tour war auch der Rocher Percé, ein eindrucksvoller großer Kalksteinfelsen, der sich steil aus dem Meer erhebt. Nicht umsonst ist er auch das Wahrzeichen der Gaspésie.
Dann hatten wir wieder eine lange und lustige Autofahrt zurück nach Quebec und jetzt sind für mich hier wirklich die letzten Tage angebrochen. Ich kann es kaum glauben, dass ich in wenigen Tagen nur mit zwei Koffern bepackt Quebec verlassen werde. Am Freitag beginnt dann mein Trip in den Westen Kanadas. Erst fliege ich nach Seattle und bleibe dort einen Tag. Von dort reise ich dann wieder nach Kanada ein, damit ich mein Studentenvisum an der Grenze zu dem Work und Travel-Visum wechseln kann. Dann bleibe ich ein paar Tage in Vancouver und fahre dann mit dem Greyhoundbus 13 Stunden lang bis in das Herz der Rocky Mountains. Dort wartet dann mein Sommerjob auf mich: seit gestern habe ich die Zusage für die Arbeit in einem "Giftshop" inmitten von den Nationalparks Jasper und Banff... Ich bin schon sehr gespannt und freue mich endlich auch Vancouver und die Rocky Mountains kennenzulernenen. Aber es wird mir auch sehr schwer fallen hier von Quebec und all den Leuten Abschied zu nehmen...
À bientôt nach Deutschland,
Eva
Samstag, 4. April 2009
Culture québécoise, eine Schlittenhundetour, Ahornsirup und eine starke Bronchitis
erstmal sorry, ich hätte eigentlich schon viel früher wieder schreiben müssen, aber das wird jetzt nachgetragen.
Wie ihr ja wisst, bin ich Mitte März 22 geworden... Das habe ich natürlich hier auch gebührend gefeiert. Da ich ja an einem Sonntag Geburtstag hatte, habe ich von Samstag auf Sonntag reingefeiert. Erst habe ich zum Vorglühen ein paar Leute zu mir eingeladen. Ok, so easy wie sich das jetzt anhört war das eigentlich nicht: denn mein kleines Zimmer hier hat nur ungefähr 12 Quadratmeter, und eingeladen waren ungefähr 20 Leute... Naja ein Paar sind dann schon früher gekommen und teilweise auch früher gegangen, deshalb waren es zu Höchstzeiten 15 Leute in meinem Zimmer und hat eigentlich ganz gut funktioniert! Danach sind wir dann kurz vor 12 Uhr weitergezogen, in die "Petite Grenoulle" um dort in meinen Geburtstag reinzufeiern. Die Petite Grenouille, das ist gar nicht so einfach zu erklären, was das genau ist, weil es in Deutschland soetwas nicht gibt. Sie ist soetwas wie ein Club, eine Bar oder Disko und nennt sich "Boite à chansons" was auf deutsch so viel heißt wie Liederkiste. Dies ist etwas typisch quebecisches: Jeden Abend spielt dort ein Sänger mit Gitarre live-Lieder. Die Lieder sind auch meistens sehr bekannt und beliebt und das Ganze sorgt dann für eine besondere Stimmung. Ist jedenfalls eine meiner Lieblingsclubs hier, weil echt immer gute Musik gespielt wird und die Stimmung einfach immer super ist!
Tradition ist es hier auch in den Boite à Chansons, wenn man Geburtstag hat, dass man dann auf die Bühne des Sängers muss und zu einem bekannten Lied erst mit einem Bier in der Hand einen bestimmten Tanz ausführen muss, und dann das Bier auf Ex trinken muss. Das ist mir dann natürlich auch nicht erspart geblieben und ich musste also auch rauf auf die Bühne. Aber ich hatte das Ganze zum Glück vorher schon oft genug gesehen, deswegen wusste ich auch in etwa wie die Choreographie zu dem Lied geht, und das Bier-exen habe ich dann auch gut gemeistert... das quebecische Geburtstagsitual habe ich also bestanden ;-)
In den darauffolgenden Tagen bin ich dann leider nicht so gut in mein neues Lebensjahr gestartet. Dienstags abends hatte es mich dann erwischt und ich habe eine ziemlich heftige Grippe eingefangen. Ich lag daraufhin tagelang mit Husten und Fieber im Bett und mir ging es wirklich sehr dreckig. Ich würde sogar sagen so schlecht ging es mir nicht mehr seit ich mit 14 meinen Blinddarm rausbekommen habe. Es war als hätte jemand sämtliche Energie aus meiem Körper herausgezogen, und für mich war jeder Schritt, ja jede Handbewegung ein riesiger Kraftaufwand... naja aber ich will euch jetzt nicht von meinen krankeitsgeschichten langweilen, aber diese Grippe kam wirklich zum ungünstigsten Zeitpunkt.
Ich hätte nämlich eigentlich eine Klausur für einen Kurs, den ich mir in Augsburg anrechnen hätte können, gehabt, aber in meinem Zustand konnte ich unmöglich lernen. Ich hätte die Klausur zwar später nachholen können, aber ich habe mich dann entschieden den Kurs zu kicken, damit ich mehr Zeit hier in meinem letzten Monat in Quebec habe, und ich denke nicht, dass ich das bereuen werde!
Ja, außerdem war zu dieser Zeit dann noch Schlittenhundefahren gebucht! Das war Freitags, also auch zu der Zeit als ich noch krank war. Aber da es schon bezahlt war, und für mich für diesen Winter die letzte Möglichkeit gewesen wäre, und das Schlittenhundfahren ganz oben auf meiner To-do-Liste hier stand, hab ich es trotz Erkältung gemacht! Es waren auch nur zwei Stunden draußen und die Temperaturen hier für hiesige Verhältnisse nicht soo kalt, etwa -5 Grad....
Ich hab es jedenfalls nicht bereut, es war echt ein einzigartiges Erlebnis! (auch wenn ich es sicher noch mehr hätte genießen können, wenn ich nicht so benebelt gewesen wäre...)
Wir wurden am Anfang von Coaches in die Kunst des Schlittenhundefahrens eingewiesen. Pro Schlitten sind zwei Leute gefahren und es wurde abgewechselt, wer steuert und wer einfach nur vorne im Schlitten sitzt. Ich bin mit Luisa gefahren, außerdem waren noch dabei Nils und seine Schwester (mit Nils hatte ich ja schon zusammen bei Martina Weihanchten gefeiert), die auch beide einen eigenen Schlitten hatten. Wir haben also die Kommandos gelernt und wurden dann direkt ins kalte Wasser geschmissen und sind losgefahren. Unser Leithund hieß Willow, und dann ging es also los mit dem Kommando "Aller, Willow!! aller, aller aller!!"
Luisa ist zuerst gefahren, ich hab gesessen. Leider waren unsere Schlittenhunde allerdings mehr als übermotiviert, und obwohl Luisa mit vollem Gewicht auf der Bremse stand, hat das unsere Hunde nicht davon abgehalten loszubrechen. So hat es uns in der ersten Kurve also erstmal gegen einen Baum katapultiert...! Naja aber danach ging es eigentlich recht gut und wir haben keinen Unfall mehr gebaut :-). War nur witzig, dass wir solche Kraftpakete erwischt hatten, denn Nils mit seiner Schwester vor uns hatten genau das Gegenteil: deren Hunde haben so langsam gezogen, dass sie beinahe den Schlitten selbst schieben mussten.
Nach dem Schlittenhundefahren konnte ich mich auch noch nicht so ganz auskurieren, denn am nächsten Tag stand schon wieder etwas auf dem Programm: Amelie und Luisa hatten mir nämlich zum Geburtstag ein Konzertticket bei den Cowboys fringants geschenkt! ....Cowboys? im 21. Jahrhundert? in Kanada? ja wirklich, allerdings nicht im herkömmlichen Sinne. Bei den "Cowboys fringants" handelt es sich um eine sehr populäre Quebecer Band. Sie machen Musik im Stil Folk/ Rock gemischt mit nachdenklichen Texten - natürlich auf französisch (wobei man eher sagen muss quebecois, also das quebecer Französisch).
Die Texte handeln meist von gesellschaftskritischen Themen, dies allerdings mit einer ordentlichen Portion Ironie gemischt... Darunter setzen sie sich zum Beispiel gegen die Klimaerwärmung ein, für eine Quebecer Unabhängigkeit (ja, viele Quebecer träumen schon seit langem davon, ein eigenes Land und von Kanada unabhängig zu werden - was ich persönlich nicht verstehen kann, weil für mich Quebec trotzallem zu Kanada gehört), usw...
Die Cowboys sind hier ein echtes Massenphänomen: Jeder hört sie, jeder liebt sie. Und wenn ich sage jeder, dann meine ich jeden, angefangen von Teenagern und Jugendlichen, über junge Erwachsene, sowie Erwachsene in den 30ern, 40ern, 50ern und so weiter! So gemischt sah dann auch tatsächlich das Publikum auf ihrem Konzert aus!
Das Konzert selbst war dann echt super, einfach der Wahnsinn wie die Band live abgeht. Am herausragendsten würde ich die einzige Frau in der Gruppe bezeichen: einfach der Hammer wie sie mit ihrer Geige und abwechselnd mit dem Akkordeon spielt.
Unten noch eines der Videos der Cowboys Fringants. Es ist eines meiner Lieblingslieder von ihnen, aber recht traurig. Für alle die nicht französisch sprechen, es geht in dem Lied um den Klimawandel, eine Zeit in der Zukunft, in denen es keinen Schnee mehr gibt (für Quebec undenkbar!!!), und der letzte überlebende Mensch auf Erden auch kurz davor ist zu sterben...
Falls es euch gefallen hat, kann ich noch sehr "Entre deux taxis" und "Les etoiles Filants" empfehlen, diese beiden Lieder haben auch eine deutlich fröhlichere Grundstimmung ;-)
Aber genug über die Cowboys, und noch kurz was über quebecische Kultur. Am letzten Freitag war ich dann noch in einer "Cabane à sucre" (da ging es mir gesundheitlich dann auch endlich wieder gut). Die Cabane à sucre (= "Zuckerhütte") ist typisch für Quebec und hat normalerweise auch nur im Frühjahr geöffnet. Nämlich dann wenn der Ahornsirup hier geerntet wird! Die Cabane à sucre ist nämlich eine einzige Fressorgie, man bezahlt Eintritt und sitzt dann mehr oder weniger wie in einer Kneipe am Tisch und bekommt einen Gang nach dem anderen serviert. Alles natürlich mit Ahornsirup serviert! (wobei man diesen nicht zu allem essen muss, wenn man nicht will ;-)) Erst gab es als Vorspeise eine Suppe, dann die Haupspeise mit den verschiedensten Sachen wie quebecischer Tarte, Würstchen, Kartoffeln und jede Menge anderen Dingen. Und als Nachspeise gab es dann Crêpes und Ahornsirupkuchen.
Naja war schon ganz cool mal mitgemacht zu haben, wobei mich das Essen jetzt auch nicht soo sehr vom Hocker gehauen hat (was vielleicht auch daran liegt, dass ich als Vegetarier nicht von allem gegessen habe). Aber auch Steeve, ein Quebecer der neben mir saß meinte später, dass wir da wohl leider eine touristische Cabane à sucre erwischt hatten wo das Essen wohl nicht ganz so gut ist, wie in den kleineren, familiären...
So, damit wäre mein Update endlich geschafft, Glückwunsch an diejenigen die bis zum Schluss dabei geblieben sind ;-)
Bei mir geht es jetzt erstmal so weiter, dass ich hier den letzten Monat an der Université Laval genießen werde, aber wie es danach weiter geht weiß ich noch nicht ganz genau. Ab 1. Mai muss ich auf jedenfall aus meinem Wohnheimzmmer raus. Ich bin gerade mitten auf Jobsuche hier in Kanada und werde wohl noch ein bisschen hier bleiben und arbeiten. Wahrscheinlich fliege ich dazu wohl nach Vancouver und suche mir einen Job in den Rocky Mountains :-) ...aber mal sehen, ich freu mich jedenfalls schon drauf!
Achja, und der Frühling lässt sich selbst in Québec langsam blicken, wir hatten schon Temperaturen bis zu 10 oder 12 Grad und der Schnee schmilzt langsam dahin... der Sommer kann also kommen!
Eva
Samstag, 7. März 2009
"Hey, she's going to the big cities, dude!"
Sonntag, 15. Februar 2009
Carnaval de Québec und Hôtel de glace
In letzter Zeit war wieder einiges los hier in Québec, die Narren waren los und hier war Karneval angesagt! Ja, richtig gehört, auch hier in Nordamerika gibt es so etwas wie Karneval, aber um ehrlich zu sein, ist Quebec auch soweit ich weiß die einzige kanadische Stadt in der das existiert. Und hier feiert man das dann nicht nur über ein paar Tage, sondern gleich mal 3 Wochen lang. Deswegen ist der Carnaval de Quebec nicht umsonst der größte Winterkarneval der Welt.
Aber generell wird Karneval hier anders gefeiert. So gibt es zwar den obligatorischen Fastnachtsumzug, den "Défilé" wie man das hier nennt, aber dieser findet (warum auch immer) abends, wenn es dunkel ist, statt. Und man muss sich auch nicht verkleiden, wenn man da hin geht, denn verkleidet sind dann nur diejenigen die an dem Umzugstross aktiv teilnehmen.
Außerdem gibt es noch eine Reihe anderer Aktionen rund um den Carnaval hier: So gab es zum Beispiel ein Schlittenhunderennen, ein Kanurennen mitten durch den zugefrorenen StLorenz Strom (durch die massenhaften Eisschollen in dem Fluss eine große Herausforderung für die Paddeler) oder ein Eisskulpturen-Wettbewerb an dem zahlreiche Länder teilgenommen haben.
Heute bin ich außerdem endlich mal wieder raus aus der Stadt Quebec gekommen, wir haben uns zu viert ein Auto gemietet und sind zu dem ungefähr 30 km entfernten "Hôtel de glace", einem Eishotel gefahren. Dieses Hotel ist tagsüber auch für einfache Besucher geöffnet und man kann es besichtigen. Es ist, zusammen mit einem Eishotel in Schweden, weltweit einzigartig. Das Hotel hat 3 Monate im Jahr (Januar bis März) geöffnet und nachts können darin Gäste wie in einem richtigen Hotel übernachten. Im Inneren herrschen konstate Temperaturen von -2 bis -5 Grad. Abgesehen von den über 30 Übernachtungsräumen mit Betten aus Eis, besteht es noch aus zwei Bars, einem Diskoraum, einer Eisrutsche, jeder Menge Eisschnitzereien und Skulpturen, und sogar einer Kapelle - alles nur aus Eis, versteht sich. Selbst die Gläser in denen man an der Bar seinen Drink serviert bekommt, bestehen aus reinem Eis. Insgesamt war das ganze Gebäude auf jedenfall sehr eindrucksvoll - aber übernachten würde ich da trotzdem nicht wollen, das kostet nämlich ca 200 Dollar und allein die Tatsache dass man mal bei Minusgraden (in scheinbar sehr gut isolierten Schlafsäcken) übernachtet, kann mich nicht gerade verlocken da übernachten zu wollen ;-).
Nach dem Hotel de glace sind wir dann noch ein bisschen spazieren gegangen. Eigentlich hatten wir vor gehabt, eine kleine Raquette-Tour (Schneeschuhe) zu machen. Der Schnee wäre auch da gewesen aber leider ist die Oberfläche momantan viel zu hart um zu raquetten. Da es nämlich in den letzten Tagen öfter mal, anstatt geschneit, geregnet hat (Klimaerwärmung lässt grüßen) ist der Schnee zu Eis gefroren und daher nicht mehr so schön flockig was man eben fürs raquetten bräuchte. Daher haben wir eine kleine Wanderung gemacht, bei der wir zwar etwas vom Weg abgekommen sind und dann auf einmal mitten auf einem großen zugefrohrenen See standen, die aber doch sehr schön war. Da wir nun schonmal das Auto gemietet hatten, sind wir dann abends nochmal zu den Wasserfällen von Montmorency gefahren, die leider immer noch nicht ganz zugefrohren sind. Aber mittlerweile hat sich davor ein bemerkenserweter Schneehhügel gebildet, von dem aus man dem Wasserfall recht nahe kommt.
Was ist sonst noch passiert? Vor dem Carnaval fand hier das "Red Bull Crushed Ice" statt. Dazu wurde mitten in der Altstadt Québecs eine riesige Rutschbahn aufgebaut, auf der Schlittschuhläufer so schnell wie möglich runterschlittert mussten. Aber das wurde von meinen Augsburger Kommilitonen Reiner und Fabi ja schon beschrieben. Die zwei machen wie ich gerade ein Auslandsemester hier in Ostkanada, wohnen aber in Montreal. Am Wochende des Crushed Ice haben sie sich Quebec angeschaut und abends sind wir dann ein bisschen gemeinsam durch die Quebecer Kneipen gezogen. Jedenfalls tat es gut mal wieder zwei waschechte MuK'ler zu sehen (für alle nicht-Augsburger: MuK= Medien und Kommunikation ;-)).
Anosnsten ist wieder mal Klausurenzeit, aber abgesehen von einer Klausur am Dienstag über die Medien Quebecs bin ich nicht allzusehr im Stress....
Das Wetter ist wie gesagt momentan eher warm für die hiesigen Verhältnisse und wir haben immer noch nur etwa einen Meter Schnee. Eigentlich hatte ich ja Angst vor dem Wetter im Februar gehabt, weil dieser Monat eigentlich der Kälteste hier in Quebecer Winter sein soll, aber bisher ist davon kaum was zu spüren. Naja, wer weiß, vielleicht ja dann im März. ;-)
Das nächste was ihr von mir hören werdet, ist dann wahrscheinlich auch im März, falls nicht vorher noch was besonderes dazwischen kommen sollte. Ende Februar gehe ich nämlich eine Woche auf Usa-Tour: auf dem Programm stehen ein paar Tage New York, ein Tag Washington und ein Tag Boston. Ich freu mich jedenfalls schon sehr drauf!
Also dann bis bald!
Eva
Dienstag, 20. Januar 2009
Winterspaß bei minus 30°C
letzte Woche hat die zweite session, also das zweite Semester hier angefangen, das bedeutet also für mich der Ernst des Lebens wieder angefängt und die schöne Weihnachtsferienzeit nun um ist (najaaa theoretisch jedenfalls ;-))... Dennoch will ich euch natürlich nicht vorenthalten was ich sonst noch so die letzten Wochen in meinen Ferien so gemacht habe...
Zum einen war ich hier endlich Ski fahren, oder besser gesagt snowboarden!! Da mir meine Familie, als sie mich hier im Oktober besucht hatte, mein Snowboard aus Deutschland mitgebracht hat, bin ich jetzt also quasi gezwungen das auszunutzen und jede Chance zum Skifahren zu nutzen. Wir haben uns also mit ein paar anderen ausländischen Studierenden zu fünft ein Auto gemietet und sind in ein kleines Skigebiet hier ganz in der Nähe gefahren. Meine Snowboardfähigkeiten waren nach zwei Jahren ohne Brett zum Glück doch noch nicht ganz so eingerostet wie ich befürchtet hatte und so stand dem Pistenspaß nichts im Wege!!
Außerdem war ich an einem anderen Tag mit ein paar anderen Leuten im "Parc Valcartier". Das ist eine Art Winter-Freizeitpark, wo man jede Menge Spaß haben kann! Der Park besteht ähnlich wie beim Skifahren aus ganz vielen verschiedenen Abfahrtpisten, die natürlich alle gut verschneit sind. Beim Reinkommen nimmt man sich einen großen Reifen und lässt sich dann von einem der vielen Lifte den Berg hochziehen und oben angekommen kann man sich eine der unzähligen Abfahrtspisten zum runterbrettern aussuchen. Man kann alleine in seinem Reifen fahren, oder sich mit mehreren Reifen verbinden und in Gruppen runterfahren - so haben wir das meist gemacht, da wir zu viert waren, sind wir auch zu viert runtergefahren. Das ganze ist also ähnlich wie Schlittenfahren, nur viel besser! :-)
Ansonsten war ich mittlerweile nochmal an den "Chutes Montmorency", den Wasserfällen Montmorency. Vielleicht erinnert ihr euch noch, im Sommer als ich hier ankam, war das eine der ersten Sehenswürdigkeiten die ich mir hier angeschaut hatte (Der Bilderlink, der zu meinem Fotoalbum führt zeigt sie noch). Jedenfalls heißt es, die Wasserfälle frieren im Winter vollkommen zu, daher bin ich nochmal hin um sie mir anzsehen. Leider waren sie noch nicht ganz zu gefroren aber sie waren dennoch schön anzusehen, wie ihr bei meinen Bildern sehen könnt. Im Februar will ich dann nochmal hinfahren, wenn wirklich alles zugefroren ist.
Gestern war ich dann noch mit zwei anderen Deutschen und drei Quebecern bei einer Weltmeisterschaft des Schlittenhunderennens. Wir sind leider etwas spät angekommen, daher haben wir nur noch die letzten Schlitten die ins Ziel gefahren sind, gesehen. Insgesamt war es auch weniger spektakulär als ich vorher dachte und nachdem wir eine Weile draußen bei eiskalten Temperaturen nur rumgestanden sind, ist uns wirklich kalt geworden und wir haben uns zum aufärmen in ein Indianertipi gesetzt. Da war es schön warm drin, und der Mann dem es gehörte, hat uns ein paar Indianergeschichten erzählt :-)
Danach sind wir noch draußen ein wenig "Raquette" laufen gegangen. Also wir sind mit Schneeschuhen im Tiefschnee rumgelaufen. Für mich war es das erste mal mit diesen Schuhen in dem tiefen Schnee von etwa momentan einem Meter... Auch wenn man hin und wieder mit einem Bein einsackt und dadurch hinfällt, macht es dennoch einen Heidenspaß!! Leider war es nur schon so spät, dass es dunkel geworden ist als wir angefangen haben und so konnten wir das nur etwa eine halbe Stunde machen...
Als wir dann heimfahren wollten, dann die böse Überraschung: Die Straße, auf der wir den etwa 1 1/2 Stündigen Rückweg hätten zurücklegen müssen, war gesperrt. Den ganzen Tag über hatte es einen heftigen Wind gegeben, der den ganzen Pulverschnee stark verweht hat ( -> diese Wetterverhältnisse nennt man hier "Poudrerie"). Daher war die Straße unpassierbar geworden und wir konnten nicht heimfahren... Zum Glück haben aber Tante und Großmutter von einem der Quebecer mit dem wir unterwegs waren direkt in der Nähe gewohnt, so dass wir kurzerhand dort übernachten konnten!! Auch hier muss ich wieder die Quebecer Gastfreundschaft loben: Sie haben uns wirklich nett aufgenommen und hatten kein Problem damit, uns 6 kurzfristig über Nacht aufzunehmen! Und heute morgen konnten wir dann beruhigt und mit freier Straße wieder heimfahren.
So, das war es mal wieder von meinen kleinen Abenteuern in Quebec. Die Temperaturen halten sich hier gerade übrigens wieder in Grenzen und wir haben momentan nur -10 Grad draußen. Das "nur" meine ich dabei vollkommen ernst, wir hatten die letzte Woche nämlich eine Kältewelle, wo wir meist etwa -30 Grad hatten, nachts sogar -40. Dagegen erscheinen einen -10 Grad wie Sommer!
Ach und eines noch: Ich habe mittlerweile das Gefühl mein Französisch hat sich echt gut verbessert. Das habe ich jetzt vorallem gemerkt, als die Unikurse des neuen Semesters angefangen haben. Während ich Anfang des letzten Semesters noch kaum verstanden hatte, was die Dozenten zum Beginn der Kurse gesagt hatten, habe ich dieses mal zu Kursbeginn alles ziemlich gut verstanden!
Bonne nuit nach Deutschland,
Eva
Samstag, 3. Januar 2009
Sonntag, 28. Dezember 2008
Weihnachten in Montréal
ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihachten, meines war mal etwas anders, aber doch sehr schön!
Aber noch mal von vorne.
Am Donnerstag vor einer Woche bin ich mit der selben Truppe mit der ich schon in Toronto war, also mit Luisa, Christina und Amélie nach Montréal gefahren. Wir haben uns ein (supergünstiges) Hotel genommen und wollten uns ein paar gemütliche Tage in Montreal machen, bevor Christina und Luisa am Sonntag vonm Montrealer Airport den Heimflug antreten wollten. Luisa ist nur über die Ferien heimgeflogen und Christina war hier in Quebec leider nur für ein Semester da, daher war es für sie wirklich schon die letzten Tage in Quebec.
Wir hatten eigentlich vor, uns bis Sonntag nochmal gemütlich die Stadt anzuschauen, und draußen etwas herumzulaufen... das hat dann aber nicht ganz so geklappt wie wir uns das vorgestellt hatten. Denn es war wirklich kalt draußen. Wir hatten Temperaturen bis zu -20 Grad, gefühlt -27 Grad... da vergeht einem ein bisschen die Lust draußen zu bleiben, daher haben sich unsere Aktivitäten weitestegehend auf die großen Einkaufzentren und den "Souterrain" von Montreal beschränkt. Der Souterrain ist ein Teil Montreals der unterirdisch verläuft, wo sich auch wieder haufenweise Geschäfte tummeln und der aufgrund des langen harten Winters in Quebec äußerst praktisch ist, wenn man nicht draußen in der Kälte shoppen will.
Das ganze Wochenende war es sehr kalt und am Sonntag hatten wir dann noch einen richtigen Schneesturm. Es hat heftig geschneit und die Straßen waren zu. Wir hatten schon Angst das Luisa und Christina nicht mit dem Flugzeug heimfliegen konnten, weil aufgrund des Schnees sehr viele Flüge ausfallen mussten. Und Amelie hatte eigentlich vor, durch eine Mitfahrgelegenheitszentrale noch am selben Tag heim zu fahren, aber die Straßen waren so dermaßen zu, dass auch hier kein wegkommen möglich war und sie erst am nächsten Tag fahren konnte. Im Endeffekt hatten Luisa und Christina dann aber noch Glück und konnten - zwar mit einigen Stunden Verspätung - doch noch den Heimflug antreten. Was allerdings auch sehr traurig war, weil Christina ja nicht wiederkommt und sie mir hier sehr ans Herz gewachsen ist!
Für mich hieß es dann am Sonntag Abend zu meiner Gastfamilie für Weihachten zu fahren. Mich hatte Martina, eine Kanadierin mit haitischen Wurzeln, noch in Quebec spontan eingeladen mit sich und ihrer Familie Weihnachten zu feiern. Eigentlich kannte ich sie vorher gar nicht und ich hatte mich nur mal einen Abend im Pub mit ihr unterhalten. Aber am nächsten Tag ist sie dann gleich zu mir gekommen und meinte, sie hätte mit ihrer Mutter geredet, ob ich nicht zu ihr zu Weihnachten kommen will! Wirklich nett, und dass ohne dass sie mich richtig kannte... Ich glaube sowas würde einem in Deutschland nicht so schnell passieren!
Martina ist 29 Jahre alt und wohnt alleine mit ihrer Mutter in Longueil, einem Stadtteil von Montreal. Sie hat wie ich, auch vier Geschwister, die sind allerdings auch alle schon erwachsen und leben mit ihren eigenen Familien zusammen. Außer mir hatte sie noch Nils (auch Deutscher) und Damien (Franzose) zu sich eingeladen.
An Heiligabend waren wir dann also zu fünft: Martina, ihre Mutter und wir drei Austauschstudenten. Im Gegensatz zum Großteil Deutschlands, hatten wir hier durch den vorangegangenen Schneesturm dann auch wunderschöne weiße Weihnacht!
Am Abend haben wir es uns vor dem Tannenbaum gemütlich gemacht und ein paar kleine Geschenke ausgetauscht... Eine Woche vorher hatten wir schon ein Wichtelziehen veranstaltet, so dass jeder von einer bestimmten Person beschenkt wurde. Ich habe von Nils ein Buch auf Französisch und einen Bilderrahmen mit Quebec-Fotos bekommen, worüber ich mich wirklich sehr gefreut habe!
Nachdem wir dann die Geschenke verteilt hatten, haben wir uns fertig gemacht für das Casino. Ja, richtig gehört! Wir sind tatsächlich an Heiligabend ins Casino gegangen. Dass wir dorthin gehen würden, stand schon lange vorher fest. Dies ist nämlich eien Art Tradition in dieser Familie. Vor einigen Jahren hatte sich die Mutter Claudette mal mit ihrem Bruder an Heiligabend so sehr gestritten, dass sie auf einmal zu ihren Kindern gesagt hat "Los, zieht euch an, wir gehen jetzt ins Casino!" Und seitdem ist das zu einer Tradition geworden.
Als wir dann abends gegen halb 12 losgezogen sind, hat es draußen heftig geregnet. Auch hier in Quebec macht der Klimawandel scheinbar keinen halt und es kommt mittlerweile wohl öfter vor, dass es, nachdem es einige Tage richtig kalt ist, auf einmal wieder Temperaturen um die +5 Grad gibt.... Das hat dann bewirkt das draußen auf den Straßen durch den vielen geschmolzenen Schnee ein einziger Matsch war und die Gehwege aus kleinen Seen bestanden...
Wir sind also dann mit der Metro ins Casino gefahren (wirklich praktisch in Montreal, dass alles so leicht mit der Metro erreichbar ist).
Ich hatte mir vorher für das Casino ein Limit von 20 Dollar (etwa 12 Euro) gesetzt und im Endeffekt habe ich sogar nur 15 Dollar ausgegeben und davon wieder 5 gewonnen, also eigentlich nur 10 Dollar verloren...
Insgesamt war das Casino schonmal eine Erfahrung wert, da ich ja vorher auch noch nie in einem war. Und sehr erstaunlich wie viel da los war, für einen Heiligabend...! Aber ich glaube in Zukunft bevorzuge ich für Heiligabend trotzdem einen gemütlichen Abend mit der Familie.
Am 25. Dezember dann hatte Claudette die ganze Familie bei sich zum Abendessen eingeladen. Es gab wie wohl hier fast überall zum Abendessen gefüllten Truthahn. Da aber ja die Familie eigentlich aus Haiiti stammt, gab es auch jede Menge haiitische Spezialitäten wie besonders gewürzten Reis oder gebackene Bananen. Alles in Allem sehr Lecker und auch für einen Vegetarier wie mich war mehr als genug dabei!
Der Rest der Familie war auch super nett, alle waren sehr herzlich und auch sehr offen uns ausländischen Studenten gegenüber. Und was auch sehr schön war, dass so viele verschiedene Generationen vertreten waren, von dem süßen Baby Cali, bis hin zu "Großmutter Claudette"....
Insgesamt waren es wirklich tolle Weihnachten und ich bin immer noch beeindruckt von der Gastfreundschaft der Familie!
Hier und hier gibts wie immer die neuesten Fotos. Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und lasst es ordentlich krachen!
Eva
Mittwoch, 3. Dezember 2008
Warten auf den großen Winter
seit ich vom Toronto-Trip zurück bin ist jetzt schon wieder fast ein Monat vorbei - die Zeit vergeht hier einfach viel zu schnell. Aber wahnsinnig aufregende Sachen sind hier in der Zwischenzeit auch gar nicht mehr passiert, im Gegenteil, hier in Quebec ist für mich so langsam etwas Alltag eingekehrt.
Das Wetter wird immer kälter, draußen hatten wir schon bis zu -10 Grad und alle warten auf den großen Schnee. In den letzten Tagen hat es hier öfter geschneit, aber meistens nur ein bisschen, so dass momentan vielleicht maximal 10 Zentimeter liegen. Doch alle rechnen damit dass es bald hier so richtig losgeht und dann auch in den nächsten 3-4 Monaten nicht mehr aufhört ;-). Und die Qubecois gehen natürlich auch nicht unvorbereitet auf den Winter zu: So ziemlich jede Familie, die keine Garage besitzt, hat schon seit einiger Zeit neben ihrem Haus ein großes weißes Zelt aufgebaut. Das Zelt ist dann Unterstellplatz für das Auto im Winter, was den Quebecois wahrscheinlich um so einiges an Freiräum und -kratzarbeit erleichtert. Auch bei bestimmten Gehwegen habe ich diese Zelte schon gesehen, sie sind halt wahrscheinlich bequemer dort aufzubauen, als den ganzen Winter immer freischaufeln zu müssen...Außerdem sind die Straßenränder schon mit langen gelben Stangen besteckt. Sie dienen dann den Straßenräumdiensten als Markierung, wie breit die Straße ist. Und in den öffentlichen Gebäuden wie meiner Universität wurden mittlerweile alle Eingangsbereiche mit Teppich ausgelegt, damit die Flure nicht allzu rutschig werden. Ich glaube das wird wirklich ein wirklich langer, kalter Winter... Aus diesem Grund bin ich auch gerade dabei mir alle nötigen Winterutensilien hier zu kaufen. Winterstiefel hab ich mittlerweile, und jetzt fehlt mir noch so ein richtig dicker Wintermantel, denn bei den -20, -30 (oder manchmal sogar -40) Grad die hier für den Winter im Januar und Februar normal sind, will ich mich gut einpacken! ;-)
Mit der Sprache wird es so langsam auch immer besser. Im Vergleich zum Anfang verstehe ich die Quebecois schon um einiges besser und kann mich auch über alles mögliche unterhalten ohne dass ich dauernd den Eindruck habe tausend Fehler in einen Satz zu bauen... Und an der Uni läuft es weiterhin auch ganz gut soweit. Außer der Klausur die mir etwas "missglückt" ist, sind meine anderen Klausurergebnisse recht gut gewesen. Das Ergebnis von dieser besagten Klausur war dann übrigens 7,5 von 20 Punkten, also wahnsinnige 37,5 Prozent. (wobei es eigentlich nur 6,5 Punkte waren, aber da die Klausur generell so schlecht ausgefallen ist, hat jeder noch einen Punkt drauf bekommen...).
Anonsten habe ich auch angefangen hier an der Uni ein bisschen Sport zu machen. Die Sporthalle der Universität hat ein Schwimmbad, wo man als Student zu bestimmten Zeiten kostenlos reinkommt, und das versuche ich jetzt ein bisschen auszunutzen. Außerdem gibt es hier auch eine Eislaufhalle, wo ich gestern mit ein paar Leuten meine eingerosteten Eisläuf-Fähigkeiten ausgetestet habe. Meine anfgänglich Absicht hier in Kanada weiterhin Hockey zu spielen habe ich mittlerweile erstmal stillgelegt. Es gibt an meiner Uni zwar Mannschaften für "Hockey-cosom" wie hier das "normale" Hockey genannt wird, also das Hockey was man auf Boden oder Rasen spielt, aber das sind feste Mannschaften die schon zusammengesetzt sind und wo man so gut wie keine Chance hat reinzukommen. Und ansonsten habe ich bisher auch nirgendwo in Quebec einen Verein gefunden, der für mich in Frage kommt, wo sie wirklich mein Hockey spielen. Ich habe nämlich festgestellt, dass hier das Feldhockey wirklich nur die kleine unbedeutende Schwester vom Nationalsport dem Eishockey ist (was hier schlicht Hockey genannt wird) und eben Eishockey der Sport ist, den es zu spielen gilt - nicht "Hockey cosom". Mir persönlich ist der Sport aber ein bisschen zu hart und wendig genug im Schlittschuhlaufen bin ich dazu glaube ich auch nicht...
Ab nächster Woche heißt es dann für mich auch schon wieder mich auf die nächsten Klausuren vorbereiten, und danach gehts noch vor Weihnachten für ein paar Tage nach Montreal und dann heißt es endlich mal die Stadt besichtigen, von der ich ja außer dem Flughafen noch gar nichts gesehen habe. So dass war der aktuelle Stand der Dinge,
à + [=Kurzform für "bis dann"]
Eva
Edit: Irgendwie gabs ein Problem mit der Datumsanzeige, vorher wurde angezeigt, ich hätte den Beitrag schon am 23. November veröffentlicht - das stimmt aber nicht, er ist vom 1. Dezember. Ich kann das Datum leider selbst nicht umstellen, daher hab ich den Beitrag nochmal reingestellt. Jetzt steht oben zwar es wär vom 3. Dezember aber das ist immerhin etwas näher an der Realität ;-)