Mittwoch, 29. April 2009

Die letzten Wochen in Québec

Hallo, hallo,

so jetzt ist mein Quebec-Aufenthalt an der Univeristé Laval schon wieder so gut wie vorbei... die Uni ist seit letzter Woche beendet, die Klausuren geschrieben und mein Wohnheimzimmer muss ich am Freitag räumen. Danach geht es für mich los in den Westen Kanadas...
Aber vorher will ich euch natürlich nicht vorenthalten was ich die letzte Zeit hier noch so gemacht habe.

Zunächst einmal war Judith hier, eine Freundin aus Augsburg, die jetzt auch 9 Monate lang zum Work und Traveln in Canada war. Sie war aber an der Westküste und hat mich jetzt vor dem zurück-nach-Deutschland-fliegen noch eine Woche besucht. Was wir so alles gemacht haben, kann man am besten in ihrem Blog nachlesen... Aber hier nochmal die Kurzfassung. Zusammen mit Luisa haben wir ein Auto gemietet und sind an den Lac St Jean gefahren. Der Lac St Jean ist ein großer See, etwa 3 1/2 Stunden von hier entfernt. Dort waren wir im Zoo St. Felicien... Es war sehr schön dort, auch wenn wir Saisonbedingt noch nicht alle Tiere sehen konnten. Das schöne an dem Zoo ist, dass die meisten Tiere realtiv viel Platz und so auch für einen Zoo recht artgerecht gehalten werden.
Die Hauptattraktion waren aber die Eisbären: Diese haben ein großes Schwimmbecken, was von den Besuchern durch eine Glasscheibe getrennt ist, so dass man also ganz nah neben den schwimmenden Eisbären steht.

Danach sind wir weiter nach Chicoutimi, einem schönen Ort direkt am Saguenay-Fluss. Auf dem Weg dorthin hatten wir nochmal verdammtes Gück: Judith saß am Steuer und ist wohl in einer Ortschaft zu schnell gefahren. Als wir den Ort verließen wurden wir mit Blaulicht von einem Polizeiwagen verfolgt und mussten am Straßenrand anhalten. Der Polizist war dann aber supernett, und als er hörte dass wir aus Deutschland kommen, hat er noch Witze darüber gemacht, dass man hier ja nicht so schnell wie auf den deutschen Autobahnen fahren könne. Aber man könne außerhalb von Ortschaften bei 90-er Begrenzung auch ohne Weiteres 100 oder 110 fahren. Danach hat er noch gesagt "soyez prudentes!" (-> seid vorsichtig) und ist ohne dass wir eine Strafe zahlen mussten wieder gegangen. Ich glaube sowas könnte einem in Deutschland nicht passieren!
Am nächsten Tag sind wir dann weiter nach Tadoussac gefahren und haben eine kleine Tour durch das idyllische Tadoussac gemacht. Auf dem Rückweg sind wir dann nochmal auf der Ile d'Orleans vorbei und hatten von da aus einen sehr schönen Blick auf Quebec-City.
Am Tag darauf ging es für mich und Judith gleich weiter per Mitfahregelegenheit nach Montreal, wo wir Fabi und Reiner getroffen haben, die ja beide mit uns in Augsburg studieren und auch momentan ein Auslandssemester in Montreal machen. Dort haben wir dann bei zwei wundeschönen sonnigen Tagen noch ein bisschen Montreal erkundet und dann hieß es auch schon wieder Judith verabschieden, weil sie weiter nach Deutschland geflogen ist.


Die Woche drauf war ich dann vorallem mit organisatorischen Sachen und lernen für die Klausuren beschäftigt.
Danach ging es als Abschlussfahrt noch 4 Tage in die Gaspesie, einer sehr beliebten Touristenregion der Quebecer. Die Gaspesie ist eine Art Halbinsel, sie liegt an dem Punkt, an dem der Sanktlorenzstrom in den Atlantik mündet und ist ein großes Naturparadis.
Diesmal waren wir zu siebt in einem großen Van unterwegs: zwei Spanier und 5 Deutsche. eine sehr seltsame Mischung... Diese Mischung hatte es auch in sich und wir hatten ein Wochenende vor uns was recht chaotisch werden sollte. Los ging es schon an dem Morgen, als wir das Auto vom Vermieter geholt haben. Erstmal hatten wir Probleme unser aller Gepäck in den Kofferraum zu verfrachten. Irgendwann hatten wir das dann geschafft und los gings! ...naja, das dachten wir jedenfalls...bis wir gemerkt haben, dass einer der 7 Anschnallgurte geklemmt hat, so dass es unmöglich gewesen wäre, dass wir uns alle anschnallen. Bei einer so langen Autofahrt natürlich nicht so vorteilhaft, lagen doch mehr als 1500 zu fahrende Kilometer vor uns. Also haben wir dem Autovermieter Bescheid gesagt und etwa eine Stunde später einen neuen Van gekriegt... Im Endeffekt hatten wir dann aber trotz des Zeitverlusts Glück im Unglück und mussten als Schadensersatz statt den eigentlichen 344 Dollarn für das Auto doch nur 244 bezahlen! Da haben wir den Zeitverlust natürlich gerne in Kauf genommen.
Also konnte es dann mit dem neuen Van endlich losgehen, auf zum Highway in Richtung Gaspesie! Nunja... kaum waren wir eine Weile auf dem Highway, haben hinter uns auch schon wieder die Polizeilichter geleuchtet. Ein Polizist hat uns wieder mal angehalten weil Antonio, einer unserer Fahrer, wohl zu schnell gefahren ist... ja und auch dieser Polizist hätte eigentlich einen guten Batzen Geldstraße einkassieren können. Aber im Endeffekt hat auch er darauf verzichtet!! Auch er hat es bei einer Verwarnung verlassen, wahrscheinlich weil wir eben den Ausländerbonus hatten. Auch dieser Polizist war wieder super nett und als er hörte das wir in die Gaspesie fahren wollen, hat er uns sogar noch mit ein paar Touristentipps versorgt! Ich konnte mein Glück kaum fassen! Das zweite Mal innerhalb von zwei Wochen nichts zahlen müssen!!

Nun das war nur der Anfang des wie gesagt chaotischen Wochendendes... dazu kamen dann noch der in einer Supermarkttoilette vergessener Geldbeutel von Regina (aber später wiederbekommen), ein verlorener Fotoaparrat von Maren (später wiedergefunden), und die andauernden Versuche meinerseits von jeder möglichen Telefonzelle zwei Typen in British Columbia wegen zweier Jobs anzurufen... (Ich habe hier ja kein Handy, weil man es hier nicht braucht, also war ich auf Telefonzellen angewiesen).
Außerdem hatten wir dann in einem Motel noch eine kaputte Dusche, in der der Wasserhahn nicht mehr zugedreht werden konnte. Nach vielen langen vergeblichen Versuchen ihn wieder zuzudrehen, ist irgendwann der ganze Duschknopf abgefallen und das Wasser ist mit großem Druck sowohl aus dem Hahn als auch aus Regulierknopf geschossen... Wir haben dann versucht den ca 18 jährigen Sohn der Motelbesitzer wachzuklingeln, da dieser an diesem Wochenede wohl allein für alles verantwortlich war und die Eltern nicht da waren. Als wir es dann irgendwann gegen 10 Uhr geschafft hatten ihn wachzuklingeln, machte er stark den Eindruck einer durchzechten Partynacht und meinte dann auch nur, er bräuchte jetzt erstmal einen Kaffee und würde sich später darum kümmern. Wir sind also weitergefahren und fragen uns bis heute, ob das Motel wohl noch steht, oder ob es in Wassermassen versunken ist.

Aber nun zur eigentlichen Reise: nachdem wir am ersten Tag fast nur gefahren sind, sind wir am zweiten Tag in einen Nationalpark wandern gegangen. Und kaum zu glauben aber wir hatten super warmes Wetter!! Blauer Himmel, und wahnsinnige 20 Grad! (In Quebec Stadt sollen es an diesem Tag sogar bis zu 27 Grad gewsen sein... und das für einen April!!). In dem Nationalpark war es aber auch sehr bergig und es lag noch jede Menge Schnee vom Winter. So kam es dann, dass wir also bei unserer Wanderung im Schnee versunken sind, aber gleichzeitig mit T-Shirts rumgelaufen sind, weil es so super warm war! An diesem Tag habe ich mir auch meinen ersten leichten Sonnenbrand in diesem Jahr geholt...
Beim Rausfahren aus dem Nationalpark hatten wir dann wieder echtes Glück: Wir haben einen Elch gesehen! Dieser war aber sehr scheu, nicht so wie die, die ich schon in Nova Scotia gesehen hatte. Aber trotzdem immer wieder ein tolles Erlebnis, einen Elch in Kanadas Wildnis zu beobachten - und es ist wirklich ein sehr großes Glück Elche zu Gesicht zu bekommen... ich habe sogar shcon von Quebecern gehört die in ihrem lebLn noch nie einen gesehen haben.
Anonsten haben wir auf unserem Trip vorallem von der Tollen Landschaft profitiert... Die ganze Fahrt ging am St Lorenzstrom und am Meer entlang und im Landesinneren waren viele Berge. Eines der Höhepunkte auf unserer Tour war auch der Rocher Percé, ein eindrucksvoller großer Kalksteinfelsen, der sich steil aus dem Meer erhebt. Nicht umsonst ist er auch das Wahrzeichen der Gaspésie.

Dann hatten wir wieder eine lange und lustige Autofahrt zurück nach Quebec und jetzt sind für mich hier wirklich die letzten Tage angebrochen. Ich kann es kaum glauben, dass ich in wenigen Tagen nur mit zwei Koffern bepackt Quebec verlassen werde. Am Freitag beginnt dann mein Trip in den Westen Kanadas. Erst fliege ich nach Seattle und bleibe dort einen Tag. Von dort reise ich dann wieder nach Kanada ein, damit ich mein Studentenvisum an der Grenze zu dem Work und Travel-Visum wechseln kann. Dann bleibe ich ein paar Tage in Vancouver und fahre dann mit dem Greyhoundbus 13 Stunden lang bis in das Herz der Rocky Mountains. Dort wartet dann mein Sommerjob auf mich: seit gestern habe ich die Zusage für die Arbeit in einem "Giftshop" inmitten von den Nationalparks Jasper und Banff... Ich bin schon sehr gespannt und freue mich endlich auch Vancouver und die Rocky Mountains kennenzulernenen. Aber es wird mir auch sehr schwer fallen hier von Quebec und all den Leuten Abschied zu nehmen...

À bientôt nach Deutschland,
Eva

Samstag, 4. April 2009

Culture québécoise, eine Schlittenhundetour, Ahornsirup und eine starke Bronchitis

Hallo Leute,

erstmal sorry, ich hätte eigentlich schon viel früher wieder schreiben müssen, aber das wird jetzt nachgetragen.

Wie ihr ja wisst, bin ich Mitte März 22 geworden... Das habe ich natürlich hier auch gebührend gefeiert. Da ich ja an einem Sonntag Geburtstag hatte, habe ich von Samstag auf Sonntag reingefeiert. Erst habe ich zum Vorglühen ein paar Leute zu mir eingeladen. Ok, so easy wie sich das jetzt anhört war das eigentlich nicht: denn mein kleines Zimmer hier hat nur ungefähr 12 Quadratmeter, und eingeladen waren ungefähr 20 Leute... Naja ein Paar sind dann schon früher gekommen und teilweise auch früher gegangen, deshalb waren es zu Höchstzeiten 15 Leute in meinem Zimmer und hat eigentlich ganz gut funktioniert! Danach sind wir dann kurz vor 12 Uhr weitergezogen, in die "Petite Grenoulle" um dort in meinen Geburtstag reinzufeiern. Die Petite Grenouille, das ist gar nicht so einfach zu erklären, was das genau ist, weil es in Deutschland soetwas nicht gibt. Sie ist soetwas wie ein Club, eine Bar oder Disko und nennt sich "Boite à chansons" was auf deutsch so viel heißt wie Liederkiste. Dies ist etwas typisch quebecisches: Jeden Abend spielt dort ein Sänger mit Gitarre live-Lieder. Die Lieder sind auch meistens sehr bekannt und beliebt und das Ganze sorgt dann für eine besondere Stimmung. Ist jedenfalls eine meiner Lieblingsclubs hier, weil echt immer gute Musik gespielt wird und die Stimmung einfach immer super ist!
Tradition ist es hier auch in den Boite à Chansons, wenn man Geburtstag hat, dass man dann auf die Bühne des Sängers muss und zu einem bekannten Lied erst mit einem Bier in der Hand einen bestimmten Tanz ausführen muss, und dann das Bier auf Ex trinken muss. Das ist mir dann natürlich auch nicht erspart geblieben und ich musste also auch rauf auf die Bühne. Aber ich hatte das Ganze zum Glück vorher schon oft genug gesehen, deswegen wusste ich auch in etwa wie die Choreographie zu dem Lied geht, und das Bier-exen habe ich dann auch gut gemeistert... das quebecische Geburtstagsitual habe ich also bestanden ;-)

In den darauffolgenden Tagen bin ich dann leider nicht so gut in mein neues Lebensjahr gestartet. Dienstags abends hatte es mich dann erwischt und ich habe eine ziemlich heftige Grippe eingefangen. Ich lag daraufhin tagelang mit Husten und Fieber im Bett und mir ging es wirklich sehr dreckig. Ich würde sogar sagen so schlecht ging es mir nicht mehr seit ich mit 14 meinen Blinddarm rausbekommen habe. Es war als hätte jemand sämtliche Energie aus meiem Körper herausgezogen, und für mich war jeder Schritt, ja jede Handbewegung ein riesiger Kraftaufwand... naja aber ich will euch jetzt nicht von meinen krankeitsgeschichten langweilen, aber diese Grippe kam wirklich zum ungünstigsten Zeitpunkt.
Ich hätte nämlich eigentlich eine Klausur für einen Kurs, den ich mir in Augsburg anrechnen hätte können, gehabt, aber in meinem Zustand konnte ich unmöglich lernen. Ich hätte die Klausur zwar später nachholen können, aber ich habe mich dann entschieden den Kurs zu kicken, damit ich mehr Zeit hier in meinem letzten Monat in Quebec habe, und ich denke nicht, dass ich das bereuen werde!

Ja, außerdem war zu dieser Zeit dann noch Schlittenhundefahren gebucht! Das war Freitags, also auch zu der Zeit als ich noch krank war. Aber da es schon bezahlt war, und für mich für diesen Winter die letzte Möglichkeit gewesen wäre, und das Schlittenhundfahren ganz oben auf meiner To-do-Liste hier stand, hab ich es trotz Erkältung gemacht! Es waren auch nur zwei Stunden draußen und die Temperaturen hier für hiesige Verhältnisse nicht soo kalt, etwa -5 Grad....
Ich hab es jedenfalls nicht bereut, es war echt ein einzigartiges Erlebnis! (auch wenn ich es sicher noch mehr hätte genießen können, wenn ich nicht so benebelt gewesen wäre...)
Wir wurden am Anfang von Coaches in die Kunst des Schlittenhundefahrens eingewiesen. Pro Schlitten sind zwei Leute gefahren und es wurde abgewechselt, wer steuert und wer einfach nur vorne im Schlitten sitzt. Ich bin mit Luisa gefahren, außerdem waren noch dabei Nils und seine Schwester (mit Nils hatte ich ja schon zusammen bei Martina Weihanchten gefeiert), die auch beide einen eigenen Schlitten hatten. Wir haben also die Kommandos gelernt und wurden dann direkt ins kalte Wasser geschmissen und sind losgefahren. Unser Leithund hieß Willow, und dann ging es also los mit dem Kommando "Aller, Willow!! aller, aller aller!!"
Luisa ist zuerst gefahren, ich hab gesessen. Leider waren unsere Schlittenhunde allerdings mehr als übermotiviert, und obwohl Luisa mit vollem Gewicht auf der Bremse stand, hat das unsere Hunde nicht davon abgehalten loszubrechen. So hat es uns in der ersten Kurve also erstmal gegen einen Baum katapultiert...! Naja aber danach ging es eigentlich recht gut und wir haben keinen Unfall mehr gebaut :-). War nur witzig, dass wir solche Kraftpakete erwischt hatten, denn Nils mit seiner Schwester vor uns hatten genau das Gegenteil: deren Hunde haben so langsam gezogen, dass sie beinahe den Schlitten selbst schieben mussten.



Nach dem Schlittenhundefahren konnte ich mich auch noch nicht so ganz auskurieren, denn am nächsten Tag stand schon wieder etwas auf dem Programm: Amelie und Luisa hatten mir nämlich zum Geburtstag ein Konzertticket bei den Cowboys fringants geschenkt! ....Cowboys? im 21. Jahrhundert? in Kanada? ja wirklich, allerdings nicht im herkömmlichen Sinne. Bei den "Cowboys fringants" handelt es sich um eine sehr populäre Quebecer Band. Sie machen Musik im Stil Folk/ Rock gemischt mit nachdenklichen Texten - natürlich auf französisch (wobei man eher sagen muss quebecois, also das quebecer Französisch).
Die Texte handeln meist von gesellschaftskritischen Themen, dies allerdings mit einer ordentlichen Portion Ironie gemischt... Darunter setzen sie sich zum Beispiel gegen die Klimaerwärmung ein, für eine Quebecer Unabhängigkeit (ja, viele Quebecer träumen schon seit langem davon, ein eigenes Land und von Kanada unabhängig zu werden - was ich persönlich nicht verstehen kann, weil für mich Quebec trotzallem zu Kanada gehört), usw...
Die Cowboys sind hier ein echtes Massenphänomen: Jeder hört sie, jeder liebt sie. Und wenn ich sage jeder, dann meine ich jeden, angefangen von Teenagern und Jugendlichen, über junge Erwachsene, sowie Erwachsene in den 30ern, 40ern, 50ern und so weiter! So gemischt sah dann auch tatsächlich das Publikum auf ihrem Konzert aus!

Das Konzert selbst war dann echt super, einfach der Wahnsinn wie die Band live abgeht. Am herausragendsten würde ich die einzige Frau in der Gruppe bezeichen: einfach der Hammer wie sie mit ihrer Geige und abwechselnd mit dem Akkordeon spielt.

Unten noch eines der Videos der Cowboys Fringants. Es ist eines meiner Lieblingslieder von ihnen, aber recht traurig. Für alle die nicht französisch sprechen, es geht in dem Lied um den Klimawandel, eine Zeit in der Zukunft, in denen es keinen Schnee mehr gibt (für Quebec undenkbar!!!), und der letzte überlebende Mensch auf Erden auch kurz davor ist zu sterben...



Falls es euch gefallen hat, kann ich noch sehr "Entre deux taxis" und "Les etoiles Filants" empfehlen, diese beiden Lieder haben auch eine deutlich fröhlichere Grundstimmung ;-)

Aber genug über die Cowboys, und noch kurz was über quebecische Kultur. Am letzten Freitag war ich dann noch in einer "Cabane à sucre" (da ging es mir gesundheitlich dann auch endlich wieder gut). Die Cabane à sucre (= "Zuckerhütte") ist typisch für Quebec und hat normalerweise auch nur im Frühjahr geöffnet. Nämlich dann wenn der Ahornsirup hier geerntet wird! Die Cabane à sucre ist nämlich eine einzige Fressorgie, man bezahlt Eintritt und sitzt dann mehr oder weniger wie in einer Kneipe am Tisch und bekommt einen Gang nach dem anderen serviert. Alles natürlich mit Ahornsirup serviert! (wobei man diesen nicht zu allem essen muss, wenn man nicht will ;-)) Erst gab es als Vorspeise eine Suppe, dann die Haupspeise mit den verschiedensten Sachen wie quebecischer Tarte, Würstchen, Kartoffeln und jede Menge anderen Dingen. Und als Nachspeise gab es dann Crêpes und Ahornsirupkuchen.
Naja war schon ganz cool mal mitgemacht zu haben, wobei mich das Essen jetzt auch nicht soo sehr vom Hocker gehauen hat (was vielleicht auch daran liegt, dass ich als Vegetarier nicht von allem gegessen habe). Aber auch Steeve, ein Quebecer der neben mir saß meinte später, dass wir da wohl leider eine touristische Cabane à sucre erwischt hatten wo das Essen wohl nicht ganz so gut ist, wie in den kleineren, familiären...


So, damit wäre mein Update endlich geschafft, Glückwunsch an diejenigen die bis zum Schluss dabei geblieben sind ;-)

Bei mir geht es jetzt erstmal so weiter, dass ich hier den letzten Monat an der Université Laval genießen werde, aber wie es danach weiter geht weiß ich noch nicht ganz genau. Ab 1. Mai muss ich auf jedenfall aus meinem Wohnheimzmmer raus. Ich bin gerade mitten auf Jobsuche hier in Kanada und werde wohl noch ein bisschen hier bleiben und arbeiten. Wahrscheinlich fliege ich dazu wohl nach Vancouver und suche mir einen Job in den Rocky Mountains :-) ...aber mal sehen, ich freu mich jedenfalls schon drauf!

Achja, und der Frühling lässt sich selbst in Québec langsam blicken, wir hatten schon Temperaturen bis zu 10 oder 12 Grad und der Schnee schmilzt langsam dahin... der Sommer kann also kommen!

Eva

Samstag, 7. März 2009

"Hey, she's going to the big cities, dude!"

Das zumindest hat der us-amerikanische Grenzbeamte zu seinem Kollegen gesagt, als er hörte wo wir überall innerhalb von einer Woche in den USA hinwollten. Auf dem Plan standen nämlich die Hauptstadt Washington, die Millionenmetropole New York und eine der ältesten amerikanischen Städte, Boston. Wir haben uns also zu viert einen Mietwagen genommen und waren von letztem Freitag bis vorgestern unterwegs. Mit an Bord waren Olivier und Amélie, beide aus Frankreich und Reiner, den ich ja wie im letzten Blogeintrag schon erwähnt, noch aus Deutschland kenne.


Washington D.C.

Hier haben wir leider nur einen Tag verbracht, diesen aber komplett ausgekostet. Wir waren im Capitol, dem Sitz des Kongresses der USA, sind am Weißen Haus vorbeigelaufen und haben Obama zugewunken (der aber glaube ich leider zu dem Zeitpunkt nicht dort war), haben das Washington Monument besichtigt (der große weiße Obelisk) und das Lincoln Memorial besucht. Das Wetter an diesem Tag war super, es war zwar doch etwas kalt, aber wir hatten blauen Himmel und da Washington ja um einiges weiter im Süden liegt als Quebec, lag dort schon kein Schnee mehr (was sehr befreiend ist, wenn man aus dem noch immer mit 2 Metern Schnee bedeckten Quebec kommt).

Insgesamt hat mich Washington eigentlich am meisten positiv überrascht. Die Stadt hat eine so tolle Atmosphere, mit diesen vielen alten historischen Gebäuden. Dazwischen liegen große Wiesenflächen, auf denen die Leute Fußball oder Frisbee spielen oder einfach nur ein Buch lesen. Das hat das Ganze sehr gemütlich gemacht und dadurch hat dort irgendwie eine besondere Stimmung geherrscht.... Außerdem fand ich es auch beeindruckend vor dem Lincoln Memorial zu stehen, dort wo Martin Luther King seine weltberühmte Rede "I have a dream" gehalten hat, und auf den Platz hinunter zu schauen, wo zum Beispiel Kundgebungen gegen den Vietnamkrieg stattgefunden haben, den man dadurch auch aus dem Fernsehen kennt (da gibt es zB auch eine Szene im Film Forrest Gump ;-)).


Abends, als es schon dunkel wurde, sind wir dann noch am Pentagon vorbeigefahren und haben noch einen Blick darauf geworfen. Da es aber schon zu dunkel war, haben wir leider nicht mehr viel gesehen. Was ich aber sehr witzig fand, ist, dass in dem Moment als wir mit dem Auto auf den Parkplatz des Pentagons vorgefahren sind, im amerikanischen Radio das Lied "99 Redballoons" von Nena gespielt wurde. Ein sehr symbolischer Zufall wie ich finde....

Insgesamt war Washington wirklich eine sehr schöne Stadt, für die es sich auf jedenfall gelohnt hat, von so weit oben aus dem Norden herunterzufahren.

Allerdings muss ich auch sagen, dass ich nicht sicher bin, ob vielleicht die Tatsache, dass gerade Barack Obama im Weißen Haus wohnt, und nicht mehr George W. Bush, einem vielleicht doch ein noch besseres Gefühl gegeben hat.... wer weiß vielleicht hätte es mir sonst nicht ganz so sehr gefallen.


New York City

Hier haben wir drei Tage verbracht, die zum Glück gerade gereicht haben um sich ein bisschen in New York umzuschauen und die wichtigsten Plätze zu besichtigen.

Was wir alles gemacht haben?
Am ersten Tag haben wir den gesamten Central Park zu Fuß durchlaufen. Wenn man in diesem Park ist, ist es kaum zu glauben, dass so nah diese riesige Großstadt in großem Stress und Trubel herrscht. Im Park jedenfalls war es sehr friedlich und ruhig, man hat kaum etwas von der Stadt gehört und wenn man dann dort zwei Stunden spazierengehen ist und auf einmal wieder mitten in der Stadt ist, ist das auf einmal ein riesen Kontrast.
Danach sind wir durch die berühmte 5th Avenue gebummelt und bis hinunter zum Timessquare gegangen, wo einen die Flut an Videos, Laufschriften und Werbung nahezu erschlägt. Abends sind wir dann noch die Brooklyn Bridge entlanggegangen, wo wir einen schönen Blick auf New York bei Nacht hatten. Danach haben wir uns Chinatown angesehen (was ich mich größenmäßig etwas enttäsucht hat, aber vielleicht habe ich auch nicht das richtige Ende gesehen) und in Little Italy eine Pizza gegessen.


Am nächsten Tag hatten wir leider nicht so viel Glück mit dem Wetter: über Nacht hatte es geschneit und das hat auch bis in den Nachmittag hinein nicht mehr aufgehört. Natürlich war das auch mal eine Erfahrung wert, New York bei Schnee zu sehen. Trotzdem haben wir uns weitestgehen darauf beschränkt Innenaktivitäten zu machen: Wir haben die UN besichtigt und dort eine Führung mitgemacht, so dass wir den Saal der Generalversammlung, den man ja auch aus dem Fernsehen kennt, besuchen durften. In der UN befindet man sich übrigens nicht mehr in den Vereinigten Staaten von Amerika, sondern auf internationalem Boden. Eine interessante Hintergrundinfo fand ich auch, dass die UN nur in etwa den Selben Etat hat wie die New Yorker Feuerwehr, etwa 2 Mrd US Dollar.... ziemlich wenig wenn man bedenkt, dass es ja eine weltweite Organisation ist.
Außerdem haben wir an diesem Tag die kostenlose Staten Island Ferry genommen um mal etwas näher einen Blick auf die Freiheitsstatue zu werfen (aufgrund des Schnees war die eigentliche Touristenfähre zu der Statue leider an diesem Tag geschlossen). Gegen Abend sind wir dann noch an der Wall Street vorbeigegangen und haben uns Ground Zero angesehen. Dort läuft einem schon der Schauer über den Rücken, wenn man die Bilder im Kopf hat, als die Menschen vor dem einstürzenden World Trade Center geflohen sind und durch die Straßen gelaufen sind.... Und es ist schon wahnsinnig, was für ein großes Loch die fehlenden Twin-Tower hinterlassen haben - wenn man dort steht ist New York wirklich die "Stadt mit Loch" wie die Band Tomte es in einem ihrer Lieder singt.

Am nächsten Tag hatten wir dann doch nochmal wahnsinniges Glück mit dem Wetter. Von den Wolken vom Vortag war auf einmal nichts mehr zu sehen, und wir hatten strahlenden blauen Himmel, mit keiner Wolke in Sicht. Wir sind also auf das Empire State Building gegangen, und konnten eine tolle Sicht über die ganze Stadt genießen und haben noch richtig die Statue of Liberty mit der Fähre besucht, die bei dem schönen Wetter an dem Tag zum Glück geöffnet hatte. Da musste man sich dann schon hin und wieder mal selbst kneifen, um zu realisieren, dass man wirklich gerade in New York neben der Statue of Liberty steht... Am Nachmittag haben wir uns dann noch ein bisschen Greewich-Village, ein Stadtteil von New York angesehen. Wenn man dort läuft, hat man auf einmal nicht mehr das Gefühl in einer Großstadt zu sein, sondern eher in einem kleinen Dorf - aber dennoch ein sehr schönes Viertel! Und das ist auch das coole an New York: Man steigt in die Metro und steigt an einer anderen Station wieder aus, und ist auf einmal an einem Ort der so ganz anders aussieht wie der Rest der Stadt, so dass man kaum glauben kann, dass man noch in der selben Stadt wie vorher ist.


Boston

Von New York weiter ging es nach Boston. Wir hatten eine weitgehend langweilige Fahrt, bis auf dieser Kuriosität die wir auf der Gegenspur gesehen haben... Unser erster Stopp war dann nicht Boston selbst, sondern Cambridge mit Harvard. Harvard als die Universität mit dem wahrscheinlich besten Ruf der Welt, an der Leute wie Bill Gates, John F. Kennedy oder Barack Obama studiert haben, war auf jedenfall einen Besuch wert. Der Campus ist echt super schön mit viel Wiesen und Bäumen zwischen den alten Gebäuden und es war sehr beeindruckend diese Uni mal aus der Nähe zu sehen. Nachmittags haben wir dann eine kostenlose Campustour mitgemacht, die von einer Harvard-Studentin geführt wurde. Schon allein wegen dieser Tour hat sich der Weg nach Harvard gelohnt: Die Studentin hat uns mit sehr lustigen Anekdoten über die verschiedensten Gebäude und Plätze versorgt...ein Paar davon sind unter der Beschreibung meiner Bilder zu finden.


Danach war es leider schon später Nachmittag und als wir endlich in Boston waren und dort einen halbwegs bezahlbaren Parkplatz gefunden haben (die Parkplatzpreise in Boston sind der reinste Wucher) ist es leider schon dunkel geworden... Wir sind dann noch ein bisschen in der Stadt rumgelaufen und haben den Freedom Trail angefangen entlang zu laufen, den wir dann am nächsten Tag noch weitestgehend zuende gelaufen sind. Um zu übernachten sind wir wegen der Übernachtungspreise allerdings wieder aus der Stadt rausgefahren und am nächsten morgen wieder recht früh reingefahren. Leider war das aber dennoch zu spät um noch einen günstigen Parkplatz zu ergattern, so dass wir wieder Ewigkeiten damit verbracht haben einen Parkplatz zu suchen und danach leider wieder nicht viel Zeit hatten die Stadt noch richtig zu besichtigen.
Das was ich aber an Boston besonders schön fand, war, dass es eine sehr moderne amerikanische Stadt ist, aber gleichzeitig auch eine - für amerikanische Verhältnisse - sehr lange Geschichte hat (zb Boston Tea Party) und damit auch quasi eine Mischung von den beiden Städten Washington und New York ist.

So, das war also mein kleiner Ausflug ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Liebe Grüße aus Quebec,
Eva

Sonntag, 15. Februar 2009

Carnaval de Québec und Hôtel de glace

Servus!
In letzter Zeit war wieder einiges los hier in Québec, die Narren waren los und hier war Karneval angesagt! Ja, richtig gehört, auch hier in Nordamerika gibt es so etwas wie Karneval, aber um ehrlich zu sein, ist Quebec auch soweit ich weiß die einzige kanadische Stadt in der das existiert. Und hier feiert man das dann nicht nur über ein paar Tage, sondern gleich mal 3 Wochen lang. Deswegen ist der Carnaval de Quebec nicht umsonst der größte Winterkarneval der Welt.
Aber generell wird Karneval hier anders gefeiert. So gibt es zwar den obligatorischen Fastnachtsumzug, den "Défilé" wie man das hier nennt, aber dieser findet (warum auch immer) abends, wenn es dunkel ist, statt. Und man muss sich auch nicht verkleiden, wenn man da hin geht, denn verkleidet sind dann nur diejenigen die an dem Umzugstross aktiv teilnehmen.
Außerdem gibt es noch eine Reihe anderer Aktionen rund um den Carnaval hier: So gab es zum Beispiel ein Schlittenhunderennen, ein Kanurennen mitten durch den zugefrorenen StLorenz Strom (durch die massenhaften Eisschollen in dem Fluss eine große Herausforderung für die Paddeler) oder ein Eisskulpturen-Wettbewerb an dem zahlreiche Länder teilgenommen haben.


Auf den "Plaines d'Abraham", einem bekannten und historischen Park mitten in Quebec City, konnte man sich das meiste davon anschauen, und dazu gab es noch jede Menge Essensbuden, extra errichtete Schlitten- und Rutschbahnen, oder auch einen Stand wo man die regionale Süßigkeitsspezialität "Tir sur neige" essen kann, eine Art flüssiger Lutscher aus Ahornsirup. Der Sirup wird vor dem Essen erwärmt und dann flüssig auf Schnee gegossen, dadurch erkaltet und erstarrt der Sirup, so dass man ihn sich dann mit einem Holzstäbchen als Lutscher selbst zusammendrehen kann. Sehr lecker jedenfalls!

Heute bin ich außerdem endlich mal wieder raus aus der Stadt Quebec gekommen, wir haben uns zu viert ein Auto gemietet und sind zu dem ungefähr 30 km entfernten "Hôtel de glace", einem Eishotel gefahren. Dieses Hotel ist tagsüber auch für einfache Besucher geöffnet und man kann es besichtigen. Es ist, zusammen mit einem Eishotel in Schweden, weltweit einzigartig. Das Hotel hat 3 Monate im Jahr (Januar bis März) geöffnet und nachts können darin Gäste wie in einem richtigen Hotel übernachten. Im Inneren herrschen konstate Temperaturen von -2 bis -5 Grad. Abgesehen von den über 30 Übernachtungsräumen mit Betten aus Eis, besteht es noch aus zwei Bars, einem Diskoraum, einer Eisrutsche, jeder Menge Eisschnitzereien und Skulpturen, und sogar einer Kapelle - alles nur aus Eis, versteht sich. Selbst die Gläser in denen man an der Bar seinen Drink serviert bekommt, bestehen aus reinem Eis. Insgesamt war das ganze Gebäude auf jedenfall sehr eindrucksvoll - aber übernachten würde ich da trotzdem nicht wollen, das kostet nämlich ca 200 Dollar und allein die Tatsache dass man mal bei Minusgraden (in scheinbar sehr gut isolierten Schlafsäcken) übernachtet, kann mich nicht gerade verlocken da übernachten zu wollen ;-).


Nach dem Hotel de glace sind wir dann noch ein bisschen spazieren gegangen. Eigentlich hatten wir vor gehabt, eine kleine Raquette-Tour (Schneeschuhe) zu machen. Der Schnee wäre auch da gewesen aber leider ist die Oberfläche momantan viel zu hart um zu raquetten. Da es nämlich in den letzten Tagen öfter mal, anstatt geschneit, geregnet hat (Klimaerwärmung lässt grüßen) ist der Schnee zu Eis gefroren und daher nicht mehr so schön flockig was man eben fürs raquetten bräuchte. Daher haben wir eine kleine Wanderung gemacht, bei der wir zwar etwas vom Weg abgekommen sind und dann auf einmal mitten auf einem großen zugefrohrenen See standen, die aber doch sehr schön war. Da wir nun schonmal das Auto gemietet hatten, sind wir dann abends nochmal zu den Wasserfällen von Montmorency gefahren, die leider immer noch nicht ganz zugefrohren sind. Aber mittlerweile hat sich davor ein bemerkenserweter Schneehhügel gebildet, von dem aus man dem Wasserfall recht nahe kommt.


Was ist sonst noch passiert? Vor dem Carnaval fand hier das "Red Bull Crushed Ice" statt. Dazu wurde mitten in der Altstadt Québecs eine riesige Rutschbahn aufgebaut, auf der Schlittschuhläufer so schnell wie möglich runterschlittert mussten. Aber das wurde von meinen Augsburger Kommilitonen Reiner und Fabi ja schon beschrieben. Die zwei machen wie ich gerade ein Auslandsemester hier in Ostkanada, wohnen aber in Montreal. Am Wochende des Crushed Ice haben sie sich Quebec angeschaut und abends sind wir dann ein bisschen gemeinsam durch die Quebecer Kneipen gezogen. Jedenfalls tat es gut mal wieder zwei waschechte MuK'ler zu sehen (für alle nicht-Augsburger: MuK= Medien und Kommunikation ;-)).

Anosnsten ist wieder mal Klausurenzeit, aber abgesehen von einer Klausur am Dienstag über die Medien Quebecs bin ich nicht allzusehr im Stress....

Das Wetter ist wie gesagt momentan eher warm für die hiesigen Verhältnisse und wir haben immer noch nur etwa einen Meter Schnee. Eigentlich hatte ich ja Angst vor dem Wetter im Februar gehabt, weil dieser Monat eigentlich der Kälteste hier in Quebecer Winter sein soll, aber bisher ist davon kaum was zu spüren. Naja, wer weiß, vielleicht ja dann im März. ;-)

Das nächste was ihr von mir hören werdet, ist dann wahrscheinlich auch im März, falls nicht vorher noch was besonderes dazwischen kommen sollte. Ende Februar gehe ich nämlich eine Woche auf Usa-Tour: auf dem Programm stehen ein paar Tage New York, ein Tag Washington und ein Tag Boston. Ich freu mich jedenfalls schon sehr drauf!

Also dann bis bald!

Eva

Dienstag, 20. Januar 2009

Winterspaß bei minus 30°C

Bonsoir,

letzte Woche hat die zweite session, also das zweite Semester hier angefangen, das bedeutet also für mich der Ernst des Lebens wieder angefängt und die schöne Weihnachtsferienzeit nun um ist (najaaa theoretisch jedenfalls ;-))... Dennoch will ich euch natürlich nicht vorenthalten was ich sonst noch so die letzten Wochen in meinen Ferien so gemacht habe...

Zum einen war ich hier endlich Ski fahren, oder besser gesagt snowboarden!! Da mir meine Familie, als sie mich hier im Oktober besucht hatte, mein Snowboard aus Deutschland mitgebracht hat, bin ich jetzt also quasi gezwungen das auszunutzen und jede Chance zum Skifahren zu nutzen. Wir haben uns also mit ein paar anderen ausländischen Studierenden zu fünft ein Auto gemietet und sind in ein kleines Skigebiet hier ganz in der Nähe gefahren. Meine Snowboardfähigkeiten waren nach zwei Jahren ohne Brett zum Glück doch noch nicht ganz so eingerostet wie ich befürchtet hatte und so stand dem Pistenspaß nichts im Wege!!

Außerdem war ich an einem anderen Tag mit ein paar anderen Leuten im "Parc Valcartier". Das ist eine Art Winter-Freizeitpark, wo man jede Menge Spaß haben kann! Der Park besteht ähnlich wie beim Skifahren aus ganz vielen verschiedenen Abfahrtpisten, die natürlich alle gut verschneit sind. Beim Reinkommen nimmt man sich einen großen Reifen und lässt sich dann von einem der vielen Lifte den Berg hochziehen und oben angekommen kann man sich eine der unzähligen Abfahrtspisten zum runterbrettern aussuchen. Man kann alleine in seinem Reifen fahren, oder sich mit mehreren Reifen verbinden und in Gruppen runterfahren - so haben wir das meist gemacht, da wir zu viert waren, sind wir auch zu viert runtergefahren. Das ganze ist also ähnlich wie Schlittenfahren, nur viel besser! :-)


Ansonsten war ich mittlerweile nochmal an den "Chutes Montmorency", den Wasserfällen Montmorency. Vielleicht erinnert ihr euch noch, im Sommer als ich hier ankam, war das eine der ersten Sehenswürdigkeiten die ich mir hier angeschaut hatte (Der Bilderlink, der zu meinem Fotoalbum führt zeigt sie noch). Jedenfalls heißt es, die Wasserfälle frieren im Winter vollkommen zu, daher bin ich nochmal hin um sie mir anzsehen. Leider waren sie noch nicht ganz zu gefroren aber sie waren dennoch schön anzusehen, wie ihr bei meinen Bildern sehen könnt. Im Februar will ich dann nochmal hinfahren, wenn wirklich alles zugefroren ist.

Gestern war ich dann noch mit zwei anderen Deutschen und drei Quebecern bei einer Weltmeisterschaft des Schlittenhunderennens. Wir sind leider etwas spät angekommen, daher haben wir nur noch die letzten Schlitten die ins Ziel gefahren sind, gesehen. Insgesamt war es auch weniger spektakulär als ich vorher dachte und nachdem wir eine Weile draußen bei eiskalten Temperaturen nur rumgestanden sind, ist uns wirklich kalt geworden und wir haben uns zum aufärmen in ein Indianertipi gesetzt. Da war es schön warm drin, und der Mann dem es gehörte, hat uns ein paar Indianergeschichten erzählt :-)
Danach sind wir noch draußen ein wenig "Raquette" laufen gegangen. Also wir sind mit Schneeschuhen im Tiefschnee rumgelaufen. Für mich war es das erste mal mit diesen Schuhen in dem tiefen Schnee von etwa momentan einem Meter... Auch wenn man hin und wieder mit einem Bein einsackt und dadurch hinfällt, macht es dennoch einen Heidenspaß!! Leider war es nur schon so spät, dass es dunkel geworden ist als wir angefangen haben und so konnten wir das nur etwa eine halbe Stunde machen...

Als wir dann heimfahren wollten, dann die böse Überraschung: Die Straße, auf der wir den etwa 1 1/2 Stündigen Rückweg hätten zurücklegen müssen, war gesperrt. Den ganzen Tag über hatte es einen heftigen Wind gegeben, der den ganzen Pulverschnee stark verweht hat ( -> diese Wetterverhältnisse nennt man hier "Poudrerie"). Daher war die Straße unpassierbar geworden und wir konnten nicht heimfahren... Zum Glück haben aber Tante und Großmutter von einem der Quebecer mit dem wir unterwegs waren direkt in der Nähe gewohnt, so dass wir kurzerhand dort übernachten konnten!! Auch hier muss ich wieder die Quebecer Gastfreundschaft loben: Sie haben uns wirklich nett aufgenommen und hatten kein Problem damit, uns 6 kurzfristig über Nacht aufzunehmen! Und heute morgen konnten wir dann beruhigt und mit freier Straße wieder heimfahren.

So, das war es mal wieder von meinen kleinen Abenteuern in Quebec. Die Temperaturen halten sich hier gerade übrigens wieder in Grenzen und wir haben momentan nur -10 Grad draußen. Das "nur" meine ich dabei vollkommen ernst, wir hatten die letzte Woche nämlich eine Kältewelle, wo wir meist etwa -30 Grad hatten, nachts sogar -40. Dagegen erscheinen einen -10 Grad wie Sommer!
Ach und eines noch: Ich habe mittlerweile das Gefühl mein Französisch hat sich echt gut verbessert. Das habe ich jetzt vorallem gemerkt, als die Unikurse des neuen Semesters angefangen haben. Während ich Anfang des letzten Semesters noch kaum verstanden hatte, was die Dozenten zum Beginn der Kurse gesagt hatten, habe ich dieses mal zu Kursbeginn alles ziemlich gut verstanden!

Bonne nuit nach Deutschland,
Eva

Samstag, 3. Januar 2009

Bonne année 2009!

Sonntag, 28. Dezember 2008

Weihnachten in Montréal

Hallo da draußen,

ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihachten, meines war mal etwas anders, aber doch sehr schön!

Aber noch mal von vorne.

Am Donnerstag vor einer Woche bin ich mit der selben Truppe mit der ich schon in Toronto war, also mit Luisa, Christina und Amélie nach Montréal gefahren. Wir haben uns ein (supergünstiges) Hotel genommen und wollten uns ein paar gemütliche Tage in Montreal machen, bevor Christina und Luisa am Sonntag vonm Montrealer Airport den Heimflug antreten wollten. Luisa ist nur über die Ferien heimgeflogen und Christina war hier in Quebec leider nur für ein Semester da, daher war es für sie wirklich schon die letzten Tage in Quebec.
Wir hatten eigentlich vor, uns bis Sonntag nochmal gemütlich die Stadt anzuschauen, und draußen etwas herumzulaufen... das hat dann aber nicht ganz so geklappt wie wir uns das vorgestellt hatten. Denn es war wirklich kalt draußen. Wir hatten Temperaturen bis zu -20 Grad, gefühlt -27 Grad... da vergeht einem ein bisschen die Lust draußen zu bleiben, daher haben sich unsere Aktivitäten weitestegehend auf die großen Einkaufzentren und den "Souterrain" von Montreal beschränkt. Der Souterrain ist ein Teil Montreals der unterirdisch verläuft, wo sich auch wieder haufenweise Geschäfte tummeln und der aufgrund des langen harten Winters in Quebec äußerst praktisch ist, wenn man nicht draußen in der Kälte shoppen will.
Das ganze Wochenende war es sehr kalt und am Sonntag hatten wir dann noch einen richtigen Schneesturm. Es hat heftig geschneit und die Straßen waren zu. Wir hatten schon Angst das Luisa und Christina nicht mit dem Flugzeug heimfliegen konnten, weil aufgrund des Schnees sehr viele Flüge ausfallen mussten. Und Amelie hatte eigentlich vor, durch eine Mitfahrgelegenheitszentrale noch am selben Tag heim zu fahren, aber die Straßen waren so dermaßen zu, dass auch hier kein wegkommen möglich war und sie erst am nächsten Tag fahren konnte. Im Endeffekt hatten Luisa und Christina dann aber noch Glück und konnten - zwar mit einigen Stunden Verspätung - doch noch den Heimflug antreten. Was allerdings auch sehr traurig war, weil Christina ja nicht wiederkommt und sie mir hier sehr ans Herz gewachsen ist!



Für mich hieß es dann am Sonntag Abend zu meiner Gastfamilie für Weihachten zu fahren. Mich hatte Martina, eine Kanadierin mit haitischen Wurzeln, noch in Quebec spontan eingeladen mit sich und ihrer Familie Weihnachten zu feiern. Eigentlich kannte ich sie vorher gar nicht und ich hatte mich nur mal einen Abend im Pub mit ihr unterhalten. Aber am nächsten Tag ist sie dann gleich zu mir gekommen und meinte, sie hätte mit ihrer Mutter geredet, ob ich nicht zu ihr zu Weihnachten kommen will! Wirklich nett, und dass ohne dass sie mich richtig kannte... Ich glaube sowas würde einem in Deutschland nicht so schnell passieren!

Martina ist 29 Jahre alt und wohnt alleine mit ihrer Mutter in Longueil, einem Stadtteil von Montreal. Sie hat wie ich, auch vier Geschwister, die sind allerdings auch alle schon erwachsen und leben mit ihren eigenen Familien zusammen. Außer mir hatte sie noch Nils (auch Deutscher) und Damien (Franzose) zu sich eingeladen.
An Heiligabend waren wir dann also zu fünft: Martina, ihre Mutter und wir drei Austauschstudenten. Im Gegensatz zum Großteil Deutschlands, hatten wir hier durch den vorangegangenen Schneesturm dann auch wunderschöne weiße Weihnacht!
Am Abend haben wir es uns vor dem Tannenbaum gemütlich gemacht und ein paar kleine Geschenke ausgetauscht... Eine Woche vorher hatten wir schon ein Wichtelziehen veranstaltet, so dass jeder von einer bestimmten Person beschenkt wurde. Ich habe von Nils ein Buch auf Französisch und einen Bilderrahmen mit Quebec-Fotos bekommen, worüber ich mich wirklich sehr gefreut habe!


Nachdem wir dann die Geschenke verteilt hatten, haben wir uns fertig gemacht für das Casino. Ja, richtig gehört! Wir sind tatsächlich an Heiligabend ins Casino gegangen. Dass wir dorthin gehen würden, stand schon lange vorher fest. Dies ist nämlich eien Art Tradition in dieser Familie. Vor einigen Jahren hatte sich die Mutter Claudette mal mit ihrem Bruder an Heiligabend so sehr gestritten, dass sie auf einmal zu ihren Kindern gesagt hat "Los, zieht euch an, wir gehen jetzt ins Casino!" Und seitdem ist das zu einer Tradition geworden.
Als wir dann abends gegen halb 12 losgezogen sind, hat es draußen heftig geregnet. Auch hier in Quebec macht der Klimawandel scheinbar keinen halt und es kommt mittlerweile wohl öfter vor, dass es, nachdem es einige Tage richtig kalt ist, auf einmal wieder Temperaturen um die +5 Grad gibt.... Das hat dann bewirkt das draußen auf den Straßen durch den vielen geschmolzenen Schnee ein einziger Matsch war und die Gehwege aus kleinen Seen bestanden...
Wir sind also dann mit der Metro ins Casino gefahren (wirklich praktisch in Montreal, dass alles so leicht mit der Metro erreichbar ist).
Ich hatte mir vorher für das Casino ein Limit von 20 Dollar (etwa 12 Euro) gesetzt und im Endeffekt habe ich sogar nur 15 Dollar ausgegeben und davon wieder 5 gewonnen, also eigentlich nur 10 Dollar verloren...
Insgesamt war das Casino schonmal eine Erfahrung wert, da ich ja vorher auch noch nie in einem war. Und sehr erstaunlich wie viel da los war, für einen Heiligabend...! Aber ich glaube in Zukunft bevorzuge ich für Heiligabend trotzdem einen gemütlichen Abend mit der Familie.

Am 25. Dezember dann hatte Claudette die ganze Familie bei sich zum Abendessen eingeladen. Es gab wie wohl hier fast überall zum Abendessen gefüllten Truthahn. Da aber ja die Familie eigentlich aus Haiiti stammt, gab es auch jede Menge haiitische Spezialitäten wie besonders gewürzten Reis oder gebackene Bananen. Alles in Allem sehr Lecker und auch für einen Vegetarier wie mich war mehr als genug dabei!
Der Rest der Familie war auch super nett, alle waren sehr herzlich und auch sehr offen uns ausländischen Studenten gegenüber. Und was auch sehr schön war, dass so viele verschiedene Generationen vertreten waren, von dem süßen Baby Cali, bis hin zu "Großmutter Claudette"....
Insgesamt waren es wirklich tolle Weihnachten und ich bin immer noch beeindruckt von der Gastfreundschaft der Familie!

Hier und hier gibts wie immer die neuesten Fotos. Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und lasst es ordentlich krachen!

Eva

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Warten auf den großen Winter

Allô!
seit ich vom Toronto-Trip zurück bin ist jetzt schon wieder fast ein Monat vorbei - die Zeit vergeht hier einfach viel zu schnell. Aber wahnsinnig aufregende Sachen sind hier in der Zwischenzeit auch gar nicht mehr passiert, im Gegenteil, hier in Quebec ist für mich so langsam etwas Alltag eingekehrt.

Das Wetter wird immer kälter, draußen hatten wir schon bis zu -10 Grad und alle warten auf den großen Schnee. In den letzten Tagen hat es hier öfter geschneit, aber meistens nur ein bisschen, so dass momentan vielleicht maximal 10 Zentimeter liegen. Doch alle rechnen damit dass es bald hier so richtig losgeht und dann auch in den nächsten 3-4 Monaten nicht mehr aufhört ;-). Und die Qubecois gehen natürlich auch nicht unvorbereitet auf den Winter zu: So ziemlich jede Familie, die keine Garage besitzt, hat schon seit einiger Zeit neben ihrem Haus ein großes weißes Zelt aufgebaut. Das Zelt ist dann Unterstellplatz für das Auto im Winter, was den Quebecois wahrscheinlich um so einiges an Freiräum und -kratzarbeit erleichtert. Auch bei bestimmten Gehwegen habe ich diese Zelte schon gesehen, sie sind halt wahrscheinlich bequemer dort aufzubauen, als den ganzen Winter immer freischaufeln zu müssen...Außerdem sind die Straßenränder schon mit langen gelben Stangen besteckt. Sie dienen dann den Straßenräumdiensten als Markierung, wie breit die Straße ist. Und in den öffentlichen Gebäuden wie meiner Universität wurden mittlerweile alle Eingangsbereiche mit Teppich ausgelegt, damit die Flure nicht allzu rutschig werden. Ich glaube das wird wirklich ein wirklich langer, kalter Winter... Aus diesem Grund bin ich auch gerade dabei mir alle nötigen Winterutensilien hier zu kaufen. Winterstiefel hab ich mittlerweile, und jetzt fehlt mir noch so ein richtig dicker Wintermantel, denn bei den -20, -30 (oder manchmal sogar -40) Grad die hier für den Winter im Januar und Februar normal sind, will ich mich gut einpacken! ;-)

Mit der Sprache wird es so langsam auch immer besser. Im Vergleich zum Anfang verstehe ich die Quebecois schon um einiges besser und kann mich auch über alles mögliche unterhalten ohne dass ich dauernd den Eindruck habe tausend Fehler in einen Satz zu bauen... Und an der Uni läuft es weiterhin auch ganz gut soweit. Außer der Klausur die mir etwas "missglückt" ist, sind meine anderen Klausurergebnisse recht gut gewesen. Das Ergebnis von dieser besagten Klausur war dann übrigens 7,5 von 20 Punkten, also wahnsinnige 37,5 Prozent. (wobei es eigentlich nur 6,5 Punkte waren, aber da die Klausur generell so schlecht ausgefallen ist, hat jeder noch einen Punkt drauf bekommen...).

Anonsten habe ich auch angefangen hier an der Uni ein bisschen Sport zu machen. Die Sporthalle der Universität hat ein Schwimmbad, wo man als Student zu bestimmten Zeiten kostenlos reinkommt, und das versuche ich jetzt ein bisschen auszunutzen. Außerdem gibt es hier auch eine Eislaufhalle, wo ich gestern mit ein paar Leuten meine eingerosteten Eisläuf-Fähigkeiten ausgetestet habe. Meine anfgänglich Absicht hier in Kanada weiterhin Hockey zu spielen habe ich mittlerweile erstmal stillgelegt. Es gibt an meiner Uni zwar Mannschaften für "Hockey-cosom" wie hier das "normale" Hockey genannt wird, also das Hockey was man auf Boden oder Rasen spielt, aber das sind feste Mannschaften die schon zusammengesetzt sind und wo man so gut wie keine Chance hat reinzukommen. Und ansonsten habe ich bisher auch nirgendwo in Quebec einen Verein gefunden, der für mich in Frage kommt, wo sie wirklich mein Hockey spielen. Ich habe nämlich festgestellt, dass hier das Feldhockey wirklich nur die kleine unbedeutende Schwester vom Nationalsport dem Eishockey ist (was hier schlicht Hockey genannt wird) und eben Eishockey der Sport ist, den es zu spielen gilt - nicht "Hockey cosom". Mir persönlich ist der Sport aber ein bisschen zu hart und wendig genug im Schlittschuhlaufen bin ich dazu glaube ich auch nicht...

Ab nächster Woche heißt es dann für mich auch schon wieder mich auf die nächsten Klausuren vorbereiten, und danach gehts noch vor Weihnachten für ein paar Tage nach Montreal und dann heißt es endlich mal die Stadt besichtigen, von der ich ja außer dem Flughafen noch gar nichts gesehen habe. So dass war der aktuelle Stand der Dinge,

à + [=Kurzform für "bis dann"]

Eva


Edit: Irgendwie gabs ein Problem mit der Datumsanzeige, vorher wurde angezeigt, ich hätte den Beitrag schon am 23. November veröffentlicht - das stimmt aber nicht, er ist vom 1. Dezember. Ich kann das Datum leider selbst nicht umstellen, daher hab ich den Beitrag nochmal reingestellt. Jetzt steht oben zwar es wär vom 3. Dezember aber das ist immerhin etwas näher an der Realität ;-)

Dienstag, 4. November 2008

Road Trip: Toronto, Niagarafälle und Ottawa

Bonjour,

so endlich komme ich auch mal wieder zum bloggen. Wie ich ja schon angekündigt hatte, war ich letzte Woche in der "Semaine de lecture" (= "Lesewoche" oder auch gerne mal "Semaine de relache" genannt, was so viel heißt wie "lockere Woche" ;-) ) auf einem Roadtrip nach Toronto, zu den Niagarafällen und auf dem Rückweg zu einem kleinen Abstecher nach Ottawa. Mit dabei waren Luisa und Christina, zwei deutsche Mädels aus Passau, sowie Amelie, eine Französin (was sehr nützlich war, damit wir gezwungen waren untereinander französisch zu reden). Nach einem komplett verregneten Tag Autofahrt sind wir abends in unserem ersten Ziel Toronto angekommen.
In der Stadt selbst würde ich 3 persönliche Höhepunkte nennen: Zum einen natürlich der obligatorische CN Tower, der mit 553 Metern der höchste Fernsehturm der Welt ist. Von oben hat man dementsprechend auch einen wahnsinnigen Ausblick auf die Millionenmetropole, sowie auf den Ontariosee, den kleinsten der fünf (aber trotzdem für einen See riesgen) nordamerikanischen Great Lakes. Leider war es an dem Tag aber stark bewölkt, weshalb der Ausblick sich dann doch etwas in Grenzen hielt....Der zweite Höhepunkt für mich war dann, als wir mit einer kleinen Fähre zu den benachbarten Inseln auf dem Ontariosee gefahren sind. Von dort hatte man wieder einen tollen Blick auf die Wolkenkratzer Torontos!
Außerdem waren wir abends dann noch in Torontos Chinatown, und von dort aus haben wir eher unbeabsichtigt einen Abstecher in eine Art Hippieviertel gemacht. War echt witzig, weil an jeder Straßenecke kleine Bands oder Sänger für musiziert haben, während dazu in der ganzen Straße kräftig herumgetanzt wurde (nur weiß ich nicht, ob das dort immer so ist, oder ob es nur am kommenden Halloween lag...). Außerdem waren die Häuser dort alle sehr kreativ bemalt... Alles in allem war es echt sehenswert in Toronto, obwohl ich mir die Stadt irgendwie doch größer vorgestellt hätte...


Nach zwei Tagen Toronto ging es weiter zu den Niagarafällen. Wir sind abends angekommen und konnten uns gleich die Niagarafälle wie sie bei Nacht beleuchtet werden ansehen: sie werden abwechselnd mit allen möglichen Farben angestrahlt. Am nächsten Tag dann haben wir uns die Fälle auch bei Tageslicht angeschaut und eine Tour hinter die Fälle mit gemacht. Die eigentlich sonst auch obligatorische Bootsfahrt mit der "Maid of the mist", die einen hautnah an die Fälle bringt, konnten wir leider nicht mitmachen, da das Boot seit Mitte Oktober in der Winterpause ist....
An sich sind die Niagarafälle wirklich groß und gigantisch, aber leider wird davon viel durch das drumherum kaputt gemacht. Direkt daneben stehen nämlich Hochäuser, Casinos, Motels, Bars und Souvenirläden, so dass die ganze Stadt daneben mehr an eine Art Las Vegas erinnert. Und das passt wirklich nicht zu den Niagarafällen. Ich finde dadurch wird ihnen einiges an Atmosphäre weggenommen!


Dann haben wir uns schließlich von der Gegend um die Great Lakes und dem Ontariosee (der mit seiner Größe und seinen Wellen eher das Mittelmeer als einen See erinnert) wieder verabschiedet und sind nach Ottawa weiter gefahren.
Als wir dann am morgen von unserem Motel, was noch circa eine Stunde von Ottawa entfernt war, aufbrechen wollten, die große Überraschung: Es hatte über Nacht geschneit! Teilweise lagen auf dem Weg nach Ottawa bis zu 15 cm Neutschnee!! Und dementsprechend kalt war es auch, was wiederum dazu führte dass wir uns in Ottawa außer dem kanadischen Parlament nicht mehr allzuviel angesehen haben, denn es war wirklich eisig kalt draußen!!! (jaja daran werde ich mich wohl gewöhnen müssen...)
Auf dem weiteren Rückweg ist dann nichts besonders aufregendes mehr passiert, außer dass wir noch zufällig an den Chutes St-Ursule (Wasserfällen von St Ursule) vorbeigefahren sind, die wahrscheinlich eher unbekannt sind, aber trotzdem sehr sehenswert. Achja und dann hatten wir noch eine kleine Reifenpanne. Eine Fahrtstunde von Quebec entfernt ist uns aufgefallen, dass einer der Hinterreufen einen ziemlich platten Eindruck machte... Nach einigem Hin und Her und telefonischer Rücksprache mit unserem Autovermieter hat Amelie, die zwar keinen Führerschein hat, aber wohl öfter schonmal Reifen gewechselt hat (was ich mit Führerschien noch nie gemacht habe), die Initiative ergriffen und angefangen dann den Reservereifen drauf zu machen. Dann kamen aber doch noch zwei Männer vorbei, die klischeehaft das Ruder in die Hand genommen haben und uns innerhalb von 5 Minuten den Reifen ausgewechselt haben. Damit sind wir dann aber auch gar nicht weit gefahrens sondern "nur" zum nächstens Sitz unseres Autovermieters (den wir nach ca zwei Stunden Irrfahrt innerhalb des Industriegebiets von Trois-Rivière auch endlich irgendwann gefunden haben). Dieser hat dann wieder einen richtigen Reifen drauf gemacht und wir konnten unbesorgt weiterfahren. Tja ein kaputter Reifen gehört eben auch zu einem echten Roadtrip!

Ja das war das wichtigste vom Roadtrip... ansonsten ist hier auch in der Zwischenzeit nicht mehr so viel passiert. Meine Klausuren habe ich mittlwerweile geschrieben (3 schon vor dem Trip und diese waren auch alle relativ einfach) und heute noch die letzte (die eigentlich auch vor der Semaine de lecture hätte stattfinden sollen, aber wegen eines Professorenstreiks verschoben werden musste). Aber diese Klausur heute hatte es wirklich in sich... Eigentlich habe ich mich gar nicht so schlecht vorbereitet gefühlt, aber es war wirklich sehr schwer! Einerseits waren die Fragen schwer (was auch die Quebecer mit denen ich später gesprochen habe fanden), aber für mich kam noch dazu dass die Fragen auch schwer formuliert waren, so dass ich diese teilweise noch nicht mal verstanden habe... Ich glaube ich hab noch nie so eine schlechte Klausur an der Uni abgegeben. Und das auch noch bei einem Fach was ich mir für mein Studium in Augsburg anrechnen lassen könnte... Aber naja ich nehms mit Humor hab auch während der Klausur schon dauernd über meine grottenschlechten Antworten grinsen müssen ;-).

Ansonsten war hier noch Halloween angesagt, was hier wirklich sehr begeistert gefeiert wird. Ich und Luisa und Christina haben uns zu einer Halloween Party kurzfristig unsere eigenen Kostüme gebastelt, zwar nicht nach dem Motto gruselig, aber doch ganz witzig: Wir haben uns alle die gleichen T-Shirts bemalt und waren zusammen eine German Soccer Mannschaft =).


Okay, ich glaub das wars dann mal wieder von mir. Lasst mal wieder was von euch hören!
Eva

Dienstag, 14. Oktober 2008

New Brunswick und Nova Scotia

Hi Leute,

seit Sonntag abend bin ich wieder zurück von der Tour mit meiner Familie durch New Brunswick und Nova Scotia. Morgen habe ich eine Klausur, weshalb ich schon etwas früher nach Québec zurückgekommen bin, meine Familie ist wahrscheinlich gerade in Tadoussac auf Waltour und wird dann am Samstag wieder zurück nach Deutschland fliegen.
Alles in allem war es war eine tolle Woche, wir haben sehr viel gesehen und konnten wunderschöne Landschaften genießen. Wir haben echt so viel gemacht, da ist es schwierig das jetzt alles zu beschreiben. Am besten ihr schaut euch meine 3 neuen Fotoordner ("Bay of Fundy", "Cape Breton" und "Unterwegs") an, ich denke die Fotos können am besten zeigen was wir gesehen haben...
Wir waren unter anderem in drei verschiedenen Nationalparks: dem Fundy National Park im Süden von New Brunswick, dem Cape Breton Highlandsnationalpark im Norden Nova Scotias und auf der Rückfahrt im Osten von New Brunswick im Kouchibouguac National Park. Wir haben viele Tiere gesehen, darunter 5 Elche (davon vier nur bei ein und der selben Wanderung), viele Weißkopfseeadler und sogar einen Bären (allerdings abends bei Dämmerung vom Auto aus, daher habe ich auch kein Foto). Außerdem hatten wir, während hier in Quebec der Indian Summer schon seinem Ende zugeht, im Kouchibouguac National Park in New Brunswick am Schluss noch tollen Indian Summer mit einer wunderschönen Farbenpracht der Ahornwälder.
Ja, das war das Wichtigste kurz zusammengefasst und wie gesagt, am besten ihr schaut euch die Fotos an. Jetzt heißt es für mich erstmal lernen für morgen, und nächste Woche warten dann noch 3 weitere Klausuren auf mich. Danach ist dann die "Semaine de lecture", die "Lesewoche", in der man keine Univeranstaltungen hat und offiziell seine Zeit mit Uniarbeiten verbringen sollte... ;-) Ich werde mir allerdings mit ein paar Mädels aus dem Wohnheim ein Auto mieten und eine Tour nach Toronto und zu den Niagarafällen machen.

So dann machts mal gut,

Eva